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Skandal in Schwerin-Süd : Umweltfrevel färbt die Bäche blau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unternehmen in Schwerin-Süd entsorgt illegal Farbe in Regenwasserleitung: Rückhaltebecken muss abgepumpt werden.

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Ein Regenrückhaltebecken in Schwerin-Süd ist mit Druckfarbe verunreinigt worden. Das dort stehende Wasser hat eine intensiv blaue Farbe. Die Wasserschutzpolizei und das städtische Umweltamt ermitteln.

Aufgefallen war die Verunreinigung am Donnerstagmittag bei einer Routinekontrolle des 100 Kubikmeter fassenden Beckens durch Mitarbeiter der Schweriner Abwasserentsorgung. Über den Abfluss war die Verunreinigung bereits etwa 40 Meter weit in einen Graben geflossen, der in den Krebsbach mündet. Mitarbeiter der Abwasserentsorgung und der städtischen Wasserbehörde konnten eine in der Nähe ansässige Firma als Tatverdächtige ermitteln, bei der mehrere illegale, an die Regenentwässerung angeschlossene Leitungen gefunden wurden, hieß es von der Polizei. Die Einleitung der Farbe wurde inzwischen unterbunden und der Zulauf zum Rückhaltebecken gesperrt. Ob es sich um giftige oder umweltschädliche Stoffe handelt, ist noch nicht klar. „Das Unternehmen konnte uns noch kein Datenblatt zur Verfügung stellen“, sagte Umweltamtsleiterin Carola Nitz.

Gestern war ein Schweriner Tiefbauunternehmen dabei, den unbefestigten Weg zum Becken für schwere Technik befahrbar zu machen. Das Becken muss abgepumpt und das Wasser fachgerecht entsorgt werden.

Die entstehenden Kosten muss der Verursacher tragen. „Zusätzlich werden wir ein Bußgeld fordern“, sagte Carola Nitz. „Auch wenn die eingeleitete Farbe nicht giftig ist, gehört sie nicht ins Regenwasser.“ Zudem fließe der Krebsbach durch ein Naturschutzgebiet.

Verursacht hat die Wasserbelastung offenbar ein Hamburger Unternehmen, dass erst im vergangenen Jahr ihr Werk in Schwerin eröffnet hat. Die 35 Mitarbeiter der Firma machen Briefe und Kuverts versandfertig. Am Standort Schwerin wurden sechs Millionen Euro investiert, 2,2 Millionen davon waren Fördermittel des Landes.

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