Schwerin : Umstrittenes Thema: Zirkustiere

Manege frei für die Tiere: Neben diesen Kamelen sind im Zirkus Charles Knie auch Kängurus, Strauße, Löwen, Tiger und andere Wildtiere zu sehen.
Manege frei für die Tiere: Neben diesen Kamelen sind im Zirkus Charles Knie auch Kängurus, Strauße, Löwen, Tiger und andere Wildtiere zu sehen.

Wie Schweriner über Wildtiere in der Manege denken

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06. April 2018, 12:00 Uhr

Der Zirkus ist in der Stadt. Mit dabei 200 Tiere und 100 Mitarbeiter, aufgeteilt auf 207 Fahrzeuge. Eine logistische Meisterleistung. Doch wie stemmt der Zirkus diese Herausforderung? Und wie geht es dabei den Tieren? Diese und weitere Fragen stellt die SVZ diese Woche. Heute: So denken die Schweriner über Tiere im Zirkus.

Die Landeshauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Wildtiere in Zirkussen auseinander gesetzt. Erst das Verbot durch die Stadtvertretung, dann der Widerspruch durch die Gerichte. Nun ist noch bis Dienstag mit Charles Knie ein Zirkus in der Stadt, der aktiv und dominant mit seinen Tieren und Tierlehrern wirbt. Doch wie stehen die Schweriner dazu? Um das herauszufinden hatten wir Sie aufgerufen uns Ihre Meinung zum Thema zu schicken. Viele Nachrichten gingen in unserer Redaktion ein – und die Meinungen der Schweriner auseinander.

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Hans-Jürgen Marten ist gegen ein Wildtierverbot. Der Schweriner appelliert an die Gefühle derer, die ein Verbot fordern: „Alle, die sich für ein solches aussprechen, sollten mal daran denken, dass sie früher als Kind mit leuchtenden Augen aufgeregt im Zirkus gesessen haben und sich über die Tiervorstellung gefreut haben. Will man das jetzt allen vorenthalten?“

Auch Frank Schulz ist gegen ein Verbot. Er sehe sich beim Zirkus immer die Tierschau an. Dabei könne ein guter Einblick in das Leben der Tiere gewonnen werden. „Ich muss sagen, dass ich jedes Mal positiv beeindruckt bin, wie die Tiere gehalten werden“, schreibt er und fügt hinzu: „Die Zeit der engen und dunklen Käfigwagen ist vorbei.“

„Es ist doch Unsinn, Zirkustiere als Wildtiere zu bezeichnen“, schreibt Karl-Heinz Fehrmann. Denn diese hätten nie in der Wildnis gelebt. Auch Bernd Gatzke ist für Tiere im Zirkus. Jedoch nur unter der Bedingung, dass der Tierschutz gewahrt werde. So sehen das auch Ino Gatzke und Götz Pippig.

Peter Waclawiak vertritt eine ähnliche Meinung: „Tiere, die gute Haltebedingungen haben, sollten auch auftreten können“. Doch er fügt hinzu, dass er auf lange Sicht ein Wildtierverbot begrüße. Dafür sprechen sich auch Anja Raudßus und Editha Schröder aus. „Kein Mensch hat das Recht, ein Tier zur Belustigung der Menschen zu missbrauchen“, schreibt Schröder. Uta Wolter betrachtet das Thema noch emotionaler. „Wenn ich das Foto von den stolzen Löwen und Tigern in ,Männchen mach’ Haltung sehe, bin ich traurig und habe absolut kein Verständnis für derartige Belustigungen von uns Menschen“, schreibt die Schwerinerin. Diese Sicht teilt auch Ute Vogt. „Die Dressuren sind im wahrsten Sinne des Wortes abartig“, schreibt sie. „Die Tiere werden in die Manege getrieben um Kunststücke zu zeigen, welche sie in freier Wildbahn niemals zeigen würden“, fügt Ute Bolzmann hinzu.

Torsten Kienert geht gar so weit, dass er sich bei den Tieren entschuldigt. Es sei eine Schande, dass der Staat kein bundesweites Wildtierverbot umsetze, schreibt er. „Echt, ich schäme mich dafür und sage allen Tieren ,Sorry.’“

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