Strassenbau in Schwerin : Umleitungsverkehr nervt Bürger

Komplizierte Baustelle mit alten und neuen Leitungen: Mitarbeiter der Firma Tuk können nur abschnittsweise auf dem Bürgermeister-Bade-Platz arbeiten. Im Oktober soll alles fertig sein.   
Komplizierte Baustelle mit alten und neuen Leitungen: Mitarbeiter der Firma Tuk können nur abschnittsweise auf dem Bürgermeister-Bade-Platz arbeiten. Im Oktober soll alles fertig sein.  

Weil wegen der Sperrung des Bürgermeister-Bade-Platzes über die Wismarsche Straße mehr Autos rollen, ist es dort lauter als sonst

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27. Juni 2017, 05:00 Uhr

Burkhard Bluth ist genervt. Der Anlass: die Baustelle auf dem Bürgermeister-Bade-Platz. Den Anwohner der Wismarschen Straße stört aber nicht der Baulärm selbst, sondern der Verkehrslärm vor seiner Haustür. „Der Wohnwert ist während der Bauzeit nicht gegeben“, sagt Burkhard Bluth. Durch die Umleitung über die Möwenburgstraße führen deutlich mehr Autos auf der Wismarschen Straße. „Dazu kommt die abendliche Sperrung des alten Gartens wegen der Schlossfestspiele“, sagt Bluth. „Das bringt noch mehr Verkehr auf die Wismarsche.“ Die Fenster offen zu lassen, sei unmöglich.

Das gebaut werden muss, sieht Burkhard Bluth ein. „Aber warum muss es so lange dauern?“ Sei ein dreiviertel Jahr wirklich nötig? „Zu Friedenszeiten gab es Objektlohn, da wollten die Firmen schnell fertig werden.“

„Auch eine so genannte Beschleunigungsprämie, wie sie der Baufirma am Wittenburger Berg in Aussicht gestellt ist, würde am Bürgermeister-Bade-Platz nichts bringen“, sagt Lutz Nieke. Der Werkleiter der Schweriner Abwasserentsorgung ist für die Baustelle zuständig. „Wir haben alle Medien in der Erde – Wasser, Abwasser, Strom, Gas. Und die müssen wegen der beengten Platzverhältnisse nacheinander angefasst werden.“ Beispiel: Erst musste die Gasleitung umverlegt werden, bevor dann die Abwasserleitung erneuert werden konnte. Außerdem wird bei laufendem Betrieb gebaut. Die alten Leitungen werden so lange genutzt, bis die neuen fertig sind.

Außerdem müssen alle alten Leitungen aus der Erde geholt werden. Die Stadt will es so, damit der Untergrund „aufgeräumt“ wird. Doch das ist teuer. „Eine Gasleitung ist Sondermüll und der ist teuer“, sagt Lutz Nieke. Ginge es nach ihm, blieben die alten Rohre liegen und würden nur verfüllt. „Andere Kommunen machen das auch so.“

Wenn tatsächlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden würden, um schneller fertig zu werden, würde die Baustelle Bürgermeister-Bade-Platz deutlich teurer werden als 1,5 Millionen Euro. Diese Kosten gingen in die Gebühren ein und die müssten dann erhöht werden. „Das wollen wir den Schwerinern aber auch nicht zumuten“, so Lutz Nieke.

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