Zusätzlicher Verkehr gefährlich für Schweriner Grundschüler : Umleitung am Ziegelsee gefährdet Fußgänger

<fettakgl>Ein Zebrastreifen auf der Speicherstraße und Hinweisschilder </fettakgl>auf die Schule sind nach Meinung der Eltern nur erste Schritte für mehr Sicherheit für ihre Kinder. <foto>Foto: Klawitter</foto>
Ein Zebrastreifen auf der Speicherstraße und Hinweisschilder auf die Schule sind nach Meinung der Eltern nur erste Schritte für mehr Sicherheit für ihre Kinder. Foto: Klawitter

Fast im Sekundentakt huschen die Autos an der Grundschule "Haus des Lernens" am Ziegelsee vorbei. Seit die Speicherstraße als Umleitung für die gesperrte Güstrower Straße dient, hat sich die Situation noch verschärft.

svz.de von
25. Juni 2012, 07:09 Uhr

Werdervorstadt | Fast im Sekundentakt huschen die Autos an der Grundschule "Haus des Lernens" vorbei. "Manchmal kann man die Fenster nicht mal aufmachen, sonst versteht man im Unterricht sein eigenes Wort nicht", schildert Kathrin Buchmann, Bereichsleiterin Grundschule im Campus am Ziegelsee. Seit dieser Woche seien zwar Ferien, aber die pädagogische Betreuung im Ganztagshort laufe auch den ganzen Sommer über. Seit die Speicherstraße als Umleitung für die gesperrte Güstrower Straße dient, habe sich die Situation noch verschärft, berichtet die Pädagogin. Vor allem in den Morgenstunden, wenn der Berufsverkehr in die Stadt drängt, werde es sehr gefährlich, weil genau dann - zwischen 6.30 und 7.40 Uhr - auch die Kinder in den Frühhort bzw. zum Unterricht kommen. Die größten Sorgen aber bereitet ihr das rüchsichtslose Verhalten zahlreicher Autofahrer. "Dank des Engagements unserer Elternvertretung haben wir jetzt endlich einen Fußgängerschutzweg bekommen, aber wir beobachten immer wieder, dass der einfach ignoriert wird, obwohl Kinder am Straßenrand stehen."

Angesichts des Gefahrenpotenzials hat die Schulleitung festgelegt, dass die Tore des Schulgeländes von 7.45 bis 14 Uhr verschlossen bleiben. "Wir wollen ausschließen, dass in den Hofpausen etwas passiert, wenn zum Beispiel ein Ball über den Zaun hopst und auf die Straße rollt. Denn ein Kind rennt in so einer Situation ganz automatisch hinterher", sagt Buchmann. "Generell gilt, dass kein Kind ohne Begleitung eines Erwachsenen das Schulgelände verlässt."

Das hohe Gefahrenpotenzial zwingt aber noch zu anderen Vorsichtsmaßnahmen, die Kathrin Buchmann an einem Beispiel verdeutlicht: Heute beispielsweise werden die Hortkinder in die Schwimmhalle fahren. Die Bushaltestelle liegt in Reichweite. "Wir brauchen aber jedes Mal drei Kolleginnen, damit die Schüler sicher zum Bus kommen: Zwei sperren die Straße, eine begleitet die Kinder. Anders geht das nicht", sagt die Leiterin der Grundschule.

Könnte eine Ampel die Situation entspannen? Durch den Elternrat ist dieser Vorschlag bereits an die Stadt herangetragen worden. "Eine neue Ampel kostet viel Geld", sagt Ordnungsdezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Statt dessen wurden ein Zebrastreifen über die Speicherstraße eingerichtet und Hinweisschilder "Achtung! Schule" aufgestellt. Aus Sicht der Eltern ist das aber nicht genug. Sie fordern besser geeignete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Fußgängerschutzwege auch über die Ziegelseestraße und die Möwenburgstraße, die durch die Sperrung der Güstrower Straße derzeit auch deutlich stärker frequentiert sind. Dies deckt sich übrigens auch mit den Wünschen der Bewohner des neuen Wohngebietes auf dem alten Molkereigelände.

Die Stadt will die Verkehrslage angesichts der Umleitungsregelung nochmals prüfen. "Wir werden in Schulnähe verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführen", kündigte Frieders dorff bereits an. Und zum Schuljahresbeginn, wenn die neuen Erstklässler den Campus besuchen, könnte eine mobile Ampelanlage für die notwendige Sicherheit der Kinder sorgen.

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