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Schwerin will Speicher-Umbau : Umbau des Speichers richtig teuer

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Damit auch Rollstuhlfahrer problemlos ins Schweriner Kulturzentrum Speicher können, soll umgebaut werden. Doch das ist teuer. Rund 185 000 Euro Kosten rechnen die Immobilien-Experten des städtischen Eigenbetriebes vor.

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erstellt am 08.Feb.2013 | 10:14 Uhr

Schelfstadt | Es würde richtig teuer werden: Die Linke-Fraktion der Stadtvertretung macht sich stark für eine rollstuhlgerechte Gestaltung im Kulturzentrum Speicher. Mit Unterstützung der Mehrheit der Stadtvertreter war zum Jahresende die Oberbürgermeisterin beauftragt worden, zu prüfen, ob es möglich ist, dass in Zukunft auch Rollstuhlfahrer an den Veranstaltungen im Kulturzentrum Speicher teilnehmen können. Dazu hat das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt jetzt eine erste Analyse einschließlich einer groben Kostenschätzung vorgelegt. Vor allem Letztere dürfte den ehrenamtlichen Politikern, die derzeit gerade mit der viel diskutierten Zehn-Millionen-Euro-Streichliste kämpfen, die Tatkraft ausbremsen. Rund 185 000 Euro Kosten rechnen die Immobilien-Experten des städtischen Eigenbetriebes vor. Zum Vergleich: Das sind noch mehr als 10 000 Euro mehr als das städtische Kulturbüro bis zum Jahr 2016 an Personalkosten abbauen will.

Dennoch hat Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow das Thema noch nicht vom Tisch gewischt. Sie bereitet einen Vor-Ort-Termin mit dem Zentralen Gebäudemanagement vor, um sich ein Bild zu verschaffen. Stadtvertreter werden daran ebenfalls teilnehmen können.

Die Idee zu baulichen Verbesserungen am Speicher ist nicht neu. Bereits 2006 gab es dazu ein Ideenforum. Das Ziel: Das Kulturzentrum soll sich in die Stadtteilentwicklung der Schelfstadt einpassen. Und schon damals standen die Verbesserung des Brandschutzes und eben die Barrierefreiheit des gesamten Gebäudekomplexes auf der Agenda. Einen Umsetzungsbeschluss der Politik gab es aber nie.

Im Jahr 2011 nahm sich die Entwicklungsgesellschaft Schwerin (EGS) des Themas an. In Übereinstimmung mit der Denkmalpflege konnte zumindest sicher geklärt werden: Ja, ein Umbau ist machbar. Ein Fahrstuhl sollte für die Barrierefreiheit im Gebäude eingebaut werden, der dafür derzeit leer stehende Räume nutzen könnte. Das hätte gleich mehrere Vorteile: Die Feuerwehrzufahrt müsste nicht durch einen Fahrstuhlanbau verringert werden und der Aufzug könnte in allen Ebenen anhalten - im Eingangsbereich, auf Höhe der WCs, auf der Saal-Ebene und im Gastronomie-Bereich.

Das würde aber erhebliche bauliche Veränderungen nach sich ziehen, so die Experten vom Zentralen Gebäudemanagement. Tragkonstruktionen, Flucht- und Rettungswege und große Teile der Haustechnik - alles müsste neu geplant und gebaut werden. Die Kosten dafür sind noch nicht ermittelt worden. Offen sei auch, ob sich die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb umsetzen lassen würden.

Die Entscheidung liegt nun bei den Stadtvertretern, ob weiter geplant und perspektivisch umgebaut werden soll. Bis es so weit ist, werden auch die Rollstuhlfahrer wie bisher in den Kulturgenuss der Veranstaltungen in der Röntgenstraße kommen: Speicher-Chef Dieter Manthey und sein Team tragen sie dann wie gewohnt die paar Treppenstufen hoch in den Saal.

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