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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. September 2017 | 08:24 Uhr

Handwerk in Schwerin : Uhrmacher sucht Lehrlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Handwerksbetrieben fehlt der Nachwuchs – heute Uhrmacher: „De Klockenschauster“ bemängelt Qualität der Bewerbungen

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Die Arbeitswelt ist im Wandel – nicht nur in der Landeshauptstadt. Viele Handwerksberufe kämpfen ums Überleben, oft gibt es für ihre Produkte keinen Markt mehr. Aber auch technologische Innovationen und andere Entwicklungen verdrängen bestimmte Berufe aus unserem Leben, wenn kein Nachwuchs mehr gefunden wird. Auch der Uhrmacher ist auf der Suche nach Auszubildenden.

„Der Bedarf an Uhrmachern ist in ganz Schwerin sehr hoch“, erzählt Hans-Joachim Dikow. „De Klockenschauster“ aus der Münzstraße ist einer von vier Uhrmachern, die ihr Handwerk in Schwerin noch praktizieren. Zusätzlich gebe es die Juwelier-Geschäfte und -Filialen, die die Uhren einschicken. Und alle vier Uhrmacher suchen dringend Nachwuchs, denn: „Der Bedarf ist groß und wir haben viel zu tun“, so Dikow. Er könne die Reparaturzeiten schwer einhalten, zu hoch sei die Zahl der Aufträge.

Doch Lehrlinge sind weit und breit nicht in Sicht. „Und wenn ich mal Bewerbungen bekomme, dann fehlen den Bewerbern oft die nötigen Qualifikationen“, erklärt der Uhrmacher. Schon die Vorstellung sei meist mangelhaft. Die Suche nach einem Lehrling hat denn Hans-Joachim Dikow auch bereits an die Berufsschule in Hamburg geführt, wo die Auszubildenden im Uhrmacher-Handwerk die duale Ausbildung absolvieren. „Ich habe tatsächlich einen Praktikanten gefunden, der jedoch von der vielen Arbeit überfordert war.“ Vor zwei Jahren sei dann noch mal eine Bewerberin zum Vorarbeiten in der Werkstatt des Klockenschausters gewesen, doch auch daraus sei nichts geworden, bedauert Dikow.

Aufgrund der Erfahrungen sind die Ambitionen des Uhrmachers, in seinem Handwerk auszubilden, geringer geworden. „Dabei habe ich viele Ideen, wie meine eigene Uhrenmarke, und viel zu tun, doch das Angebot an Lehrlingen ist nicht da.“ Laut Dikow gehe das aber nicht nur ihm und den anderen Uhrmachern in der Stadt so, auch weitere Gewerke sind auf der Suche nach Nachwuchs und Facharbeitern.

Dabei würde er seinen Laden, der auch zu einer Kommunikationsstätte geworden ist, gerne in einigen Jahren in neue Hände übergeben. „Wenn es meine Gesundheit mitmacht, dann möchte ich bis zu meinem 70. Lebensjahr arbeiten.“ Danach werde er von Tag zu Tag schauen. Den Laden mit der offenen Werkstatt möchte er momentan noch nicht missen, zu sehr erfreut er sich an den täglichen Gesprächen mit Kunden, die oft von weit her kommen.

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