Toiletten in Schwerin : „Ufo“-Klo und Schulatmosphäre

Der Blick in das stille Örtchen am Schlachtermarkt bestätigt den ersten Eindruck: Eine saubere Toilette mit viel Platz
Der Blick in das stille Örtchen am Schlachtermarkt bestätigt den ersten Eindruck: Eine saubere Toilette mit viel Platz

SVZ testet die öffentlichen Toiletten in Schwerin: Am Schlachtermarkt waren die sanitären Einrichtungen gestern sauber

svz.de von
19. September 2017, 12:00 Uhr

Es muss schnell gehen, wenn die Blase drückt. In der Landeshauptstadt gibt es an manchen Orten öffentliche Toiletten, die besonders von Touristen genutzt werden. Doch in welchem Zustand befinden sich die Toiletten? Sind sie sauber oder dreckig? Und wie viel kostet der Gang aufs stille Örtchen? SVZ macht den Test. Heute nehmen wir die Toilette auf dem Schlachtermarkt und das Klo im Keller des Rathauses   unter die Lupe.

Seltsam mutet es an, das WC auf dem Schlachtermarkt: Wie ein Ufo sieht die sanitäre Einrichtung  aus, auf der Schweriner und Touristen ihr Geschäft verrichten können. 30 Cent kostet die Benutzung, der Betrag muss passend gezahlt werden.  Im Gegensatz zu herkömmlichen Toiletten öffnen und schließen sich die Türen am Schlachtermarkt selbstständig, der Eingang ist Barriere frei.  „Nach 15 Minuten öffnet sich die Tür von selbst“, steht auf einem entsprechenden Hinweisschild – endlos Zeit haben Toilettengänger auf dem Schlachtermarkt also nicht.

Das Innere des „Ufos“ zeichnet sich durch viel Platz und Sauberkeit aus. Besondere Hilfsmittel ermöglichen auch Behinderten, hier auf den Lokus zu gehen. Die Schüssel ist sauber, das Versprechen des Hinweisschilds wird erfüllt: Dort steht, dass sie nach jeder Benutzung desinfiziert und gereinigt wird. Das passiert automatisch, wenn die Tür wieder geschlossen ist.  Klopapier ist  genügend vorhanden, ebenso wie Seife. Das Trocknen nach dem Händewaschen funktioniert automatisch, über dem Waschbecken ist eine Art Föhn installiert. Einen Wickeltisch gibt es aber nicht.

Ganz anders als das moderne „Ufo“-Klo sind die Toiletten im Keller des Rathauses: Wie in der Schule sind die Räume gefliest, Aufkleber und eingeritzte Schriftzüge zieren die Wände und ein Duft von Reinigungsmittel liegt in der Luft. Bezahlt werden muss nicht, ein Schild weist aber darauf hin, dass die Anbieter für eine finanzielle Unterstützung von 50 Cent dankbar wären.

Im Frauenbereich gibt es vier Toiletten, Männer können auf sechs Pissoirs und drei Sitzgelegenheiten zurückgreifen.   Die Kloschüsseln sind ebenso sauber wie die Bürsten, auch hier ist wie im „Ufo“ genügend Papier vorhanden. Für das Händewaschen gibt es nach dem Toilettengang ausreichend Seife und Tücher, auch das Waschbecken ist sauber. Auch hier fehlt  ein Wickeltisch.

„Gereinigt werden die Toiletten zweimal am Tag. Bei Veranstaltungen wie dem Winzerfest oder dem Weihnachtsmarkt sind die Reinigungskräfte die ganze Zeit vor Ort“, erklärt Martina Müller, Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft. Deren Aufgabe ist es, die stillen Örtchen sauber und in Schuss zu halten. „Leider werden manche Toiletten nicht in einem ordentlichen Zustand hinterlassen“, sagt Müller. Besonders ärgerlich sei es, wenn absichtlich Verstopfungen herbeigeführt oder die Wände beschmiert werden.

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