Pumpwerk in Schwerin : Übler Geruch aus dem Kanal

Vom Netz genommen: SAE-Mitarbeiter Jörg Flissakowski zeigt die Anlage im Pumpwerk in der Plater Straße, die jetzt wegen der Bauarbeiten vorübergehend abgeschaltet wurde.
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Vom Netz genommen: SAE-Mitarbeiter Jörg Flissakowski zeigt die Anlage im Pumpwerk in der Plater Straße, die jetzt wegen der Bauarbeiten vorübergehend abgeschaltet wurde.

Arbeiten im Pumpwerk in der Plater Straße: Abwasser wird über Station in der Kantstraße umgeleitet / Anwohner klagen über Gestank

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14. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Ursula Tennes stinkt es. „Wenn ich das Fenster zum Lüften aufmache, kommt fast immer ein übler Geruch herein“, berichtet die Rentnerin aus dem Mueßer Holz. „Und wenn ich an der Haltestelle in der Kantstraße stehe, ist es vor Gestank kaum auszuhalten.“ An eine Kloake fühle sie sich erinnert, sagt Tennes. Morgens und abends sei es oft besonders schlimm. „Der Geruch muss irgendwie aus der Kanalisation kommen“, meint die Schwerinerin – und damit liegt sie richtig.

Jörg Flissakowski, zuständiger Mitarbeiter der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE), zeigt auf ein riesiges Becken am Pumpwerk in der Plater Straße. 200 Kubikmeter, so groß ist der sogenannte Sammelraum. Normalerweise wird in der Betonkammer das Abwasser des Zweckverbands Schweriner Umland aufgefangen, um es dann weiter zum Klärwerk in Schwerin-Süd zu pumpen. Aber derzeit ist das Becken leer. Es wird neu betoniert.

Vor allem Schwefelwasserstoff habe dem Sammelraum zugesetzt, erklärt SAE-Werkleiter Lutz Nieke. „Die Sanierung des Behälters ist unumgänglich.“ Und für diesen Zweck müsse eben das gesamte Pumpwerk aus dem Jahr 1995 abgeschaltet werden. Das Abwasser aus dem Umland nimmt derweil einen anderen Weg – über das Pumpwerk in der Kantstraße. Da das Werk aber für eine so große Menge eigentlich nicht ausgelegt sei, könne es im Stadtteil zu einer Geruchsbelästigung kommen, räumt Nieke ein. Und die SAE tue auch schon etwas dagegen: „Wir verwenden ein Geruchsbindemittel, haben die Kanäle gespült und mehr als 20 Schächte im Kanalsystem mit speziellen Geruchsfiltern verschlossen.“ Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, werde der Abwasserentsorger auch noch nach steuern, so der Werkleiter.

Nieke bittet Anwohner im Mueßer Holz, die sich durch den Geruch aus der Kanalisation belästigt fühlen, sich unter der Telefonnummer 0385/6334426 bei der SAE zu melden, damit weitere Vorkehrungen getroffen werden können. „‚Wir sind daran interessiert, das Problem zu beheben“, betont er.

Bis zum Frühjahr sollen die Bauarbeiten im Pumpwerk an der Plater Straße dauern. Solange wird sich auch Ursula Tennes mit der Situation in ihrem Stadtteil arrangieren müssen. Aber wenigstens wisse sie nun, woher der Geruch komme, sagt sie.

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