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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. August 2017 | 01:18 Uhr

Schwerin : Überweg ersetzt Stadionbrücke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aufgebrachte Anwohner: Eine Kreuzung will niemand, einen Neubau wollen alle – der Abriss kommt auf jeden Fall

Die marode Stadionbrücke bewegt die Schweriner, vor allem die auf der Krösnitz und die in Ostorf wohnen oder arbeiten: Die Überführung trägt sich kaum noch selbst und wird abgerissen – voraussichtlich im November und sicher ohne Ersatzneubau (SVZ berichtete). Der Ärger darüber wurde bei einer Anwohnerversammlung im Rathaus am Mittwochabend mehr als deutlich. Die vorgeschlagene Alternative „Ampel und Fußgängerüberweg“ wurde zwar angenommen – ist für die Anwohner aber eigentlich nur als Übergangslösung akzeptabel bis eine neue Brücke steht. Das machten Kommentare deutlich: „Wie lang soll der Stau werden?“ – „Die Brücke ist alternativlos.“

Die Stadtpolitiker hatten einen Neubau der Stadionbrücke abgeschmettert, um Geld zu sparen. Diese Rechnung geht allerdings in Sachen Neubau nicht so ganz auf: Ein Neubau kostet etwa 4,8 Millionen Euro. Laut Verwaltung waren Fördermittel in Höhe von zwei Dritteln der Gesamtkosten möglich, aber noch nicht genehmigt. Eine ebenerdige Alternative für die Überführung kostet je nach Ausführung etwa 1,4 Millionen Euro und muss ausschließlich aus der Stadtkasse bezahlt werden. Wird der Spareffekt bei dieser Rechnung zunächst nicht deutlich, tritt er in den Folgejahren hervor. Die Unterhaltung einer Brücke ist deutlich teurer, als das Betreiben von Ampeln oder Kreisverkehren. Bei den Anwohnern löste dieser Zahlenvergleich erst Stirnrunzeln aus. Dann folgten Fragen. Diese blieben allerdings unbeantwortet, denn ein Stadtpolitiker war nicht anwesend.

Fest steht jetzt: Die Schweriner müssen ab dem Herbst ohne Brücke auskommen und sich an neue Wege gewöhnen. Die Buslinie 7 wird eine geänderte Route fahren. Noch unklar ist die langfristige Lösung.

Im Rathaus wurde noch etwas deutlich: Die Stadtplaner arbeiten zwar eine Alternative für die Stadionbrücke aus. Aber aus ihrer Sicht gibt es für den Verkehrsknoten keine bessere Lösung als eine Überführung.

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erstellt am 10.Apr.2014 | 21:30 Uhr

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