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Buga-Großparkplatz sollte ein attraktives Eigenheimgebiet werden : Über Neubaupläne ist Gras gewachsen

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Es sollte ein weiteres Vorzeigeprojekt des Stadtumbaus Ost werden - das ehemalige Plattenbaugebiet an Mendelejew-, Euler- und Curiestraße. Hier sollte das Wohnen viel schöner werden.

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erstellt am 25.Aug.2013 | 10:42 Uhr

Muesser Holz | Es sollte ein weiteres Vorzeigeprojekt des Stadtumbaus Ost werden - das ehemalige Plattenbaugebiet an Mendelejew-, Euler- und Curiestraße. Nachdem die Mehrgeschosser abgerissen waren, sollte hier das Wohnen weitergehen - nur viel schöner. Mit schicken Eigenheimen für junge Familien, Schulen, Kindergarten, Bauspielplatz, idyllischen Spazierwegen im Wald und guter Nahverkehrsanbindung. Vieles davon gibt es, das Wichtigste allerdings fehlt: Die neuen Wohnhäuser mit den jungen Leuten. Neben Pädagogium, Schule am Mueßer Berg, Kita Future Kids, Bauspielplatz und einigen letzten Plattenbauten schießt heute das Unkraut in die Höhe. Dort, wo schon zu Buga-Zeiten das erste Musterhaus zum Eigenheimkauf einladen sollte, gibt es bis heute keine Investoren. Auch die Wohnungsgesellschaft Schwerin und die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft winken ab. Nur der Ortsbeirat setzt das Thema immer wieder auf die Tagesordnung.

Gleich mehrfach hat Ortsbeiratsvorsitzender Georg-Christian Riedel dem Baudezernenten Dr. Wolfram Frieders dorff in den vergangenen Jahren das Versprechen für einen ersten Spatenstich abgenommen. Noch vor 2009, als die Abrissbrache im Mueßer Holz als Buga-Großparkplatz diente, sollte es passieren. "Dann kam die Zusage, 2012 werde die Fläche bebaut sein", erinnert sich Riedel. "Später hieß es dann, man würde 2012 anfangen." Mitte 2013 ist noch immer kein Bagger in Sicht. "Die Entwicklung dieses Baugebietes ist gerade für das Mueßer Holz von großer Bedeutung, kann man doch auf diese Art und Weise der Entmischung stark entgegenwirken", so Riedel. "Hier hätten viele junge Familien optimale Bedingungen." Witzige Ideen von erfahrenen und angehenden Architekten gibt es auch. Bereits 2007 gab es einen Architektenwettbewerb für die gerade freigeräumte Fläche. Das Kasseler Büro "Die Baufrösche" gewann ihn mit einem futuristisch-modernen Ansatz, der Schwerin etwas Einmaliges verschafft hätte. "Der Ortsbeirat hat sich ebenfalls klar für diese Variante entschieden", sagt Riedel. "Hier sollten Häuser mit Wänden aus verputztem gepressten Stroh für einen relativ günstigen Preis gebaut werden und den ökologischen Gedanken maximal verwirklichen."

In den Folgejahren gab es neue Anläufe. Studenten der Hochschule Wismar arbeiteten einige weniger gewagte Bebauungs-Varianten aus als die Baufrösche, stellten ihre Pläne und Modelle im Eiskristall vor. Viel Grün, Skaterbahn, Ruhezonen, Bolzplatz, sogar kleine Teiche konnten sich die Studenten vorstellen und Mehrgenerationen-Wohnen.

Mittlerweile ist im wahrsten Wortsinne Gras gewachsen über das ehrgeizige Stadtumbau-Vorhaben. "Ein Baubeginn ist aufgrund der vielen Baugebiete in Schwerin leider noch in weiter Sicht. Grundstücksfragen zwischen WGS und SWG sind zu klären. Die in der Erde liegende Erschließung kann nach Aussage der Verwaltung plötzlich nicht mehr genutzt werden", sagt Georg-Christian Riedel. "Die vorhandenen Straßen sollen rückgebaut werden."

Seinerzeit wurde auch im Ortsbeirat diskutiert, ob man nicht für eine Übergangszeit, also bis zum Baubeginn, den Buga-Parkplatz als einen Park-and-Ride-Platz sowie als Stellplatz für Wohnmobile nutzen könnte, erinnert sich Riedel. "Dies wäre dann der größte Park-and-Ride-Platz von Schwerin." Die Forderung nach Bebauung des Platzes durch den Ortsbeirat besteht nach wie vor.

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