Schweriner Toiletten : Tür auf, Augen zu und schnell durch

Der Gang auf das schmierige Bahnhof-Behelfsklo  fällt auch SVZ-Volontär Volker Raab nicht leicht.
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Der Gang auf das schmierige Bahnhof-Behelfsklo fällt auch SVZ-Volontär Volker Raab nicht leicht.

SVZ testet die öffentlichen Toiletten in Schwerin – heute: die Anlage am Bahnhof

svz.de von
22. September 2017, 21:00 Uhr

Es muss schnell gehen, wenn die Blase drückt. In der Landeshauptstadt gibt es an manchen Orten öffentliche Toiletten, die besonders von Touristen genutzt werden. Doch in welchem Zustand befinden sich die Toiletten? Sind sie sauber oder dreckig? Und wie viel kostet der Gang aufs stille Örtchen? SVZ macht den Test. Heute nehmen wir die Toilette im Hauptbahnhof unter die Lupe.

Die Beschwerden über die WC-Anlage im Schweriner Hauptbahnhof am SVZ-Lesertelefon häufen sich. „Seit Monaten sind die offiziellen Toiletten wegen Bauarbeiten geschlossen, doch es tut sich offenbar nichts“, ärgert sich Frau Hausmann. Das Behelfsklo, ein Toiletten-Container am hinteren Ausgang, sei nur ab und zu geöffnet, erzählt die SVZ-Leserin. „So kann man doch als Landeshauptstadt keine Gäste empfangen.“ Die Schweriner sind sich einig: hübscher Bahnhof, desolate Toilette.

Dieser Eindruck bestätigt sich sofort. Beim Öffnen der Tür des Toilettencontainers weht uns ein unangenehmer Geruch entgegen. Die Wände des stillen Örtchens für Männer sind beschmiert – farbenfroh aber nicht im positiven Sinne. Sowohl die drei Pissoirs als auch die Sitztoilette sind dreckig, das Waschbecken ist verhältnismäßig sauber. Seife, Toilettenpapier und Tücher zum Händetrocknen sind zwar vorhanden, ob danach allerdings das unangenehme Gefühl verschwindet und der Mann sich sauber fühlt, bezweifeln wir stark.

Bei den Damen sieht es nicht viel besser aus. Hier sind zwar die Wände nicht beschmiert, dafür fehlen bei den vier stillen Örtchen teilweise Deckel und Brille, die Halter für Klopapier und Tücher für die Hände sind ebenfalls zum Teil kaputt. Waschbecken, Toiletten und WC-Bürsten sind dreckig. Klopapier ist teilweise vorhanden, Seife ebenfalls, doch auch hier stellt sich bei uns nach dem Händewaschen kein sauberes Gefühl ein.

Als wir die Tür zur Behindertentoilette im blauen Dixihäuschen öffnen, fällt uns sofort das fehlende Waschbecken auf. Der „Duft“ von Urin macht die Situation für Rollstuhlfahrer am Bahnhof schwer erträglich.

Unser Fazit: Nicht einmal für die größte Not eignet sich das dreckige Örtchen hinter dem Bahnhof. Als wären Schmutz und Dreck nicht genug, stinkt es hier wie in einer Kläranlage. Bei den anderen Toiletten in Schwerin klappt das mit der Reinigung. Warum schafft die Bahn das nicht auch? Geäußert hat sie sich dazu nicht.

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