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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 10:15 Uhr

Jahresrückblick : Trotz Sparzwangs viel erreicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate: OB Gramkow zieht positive Bilanz, verweist aber auch auf acht Millionen Euro neue Schulden

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Der Nestlé-Effekt greift: Nach der Grundsteinlegung im Mai hat der Schweizer Lebensmittelkonzern im Herbst alle Stellen für das 25-köpfige Inbetriebnahme-Team besetzt und sucht nun in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Schwerin in der Region ausgebildete Fachkräfte, damit das Werk im Industriepark Schwerin im ersten Halbjahr 2014 seinen Betrieb aufnehmen kann. „Aber auch Bestandsinvestitionen haben zugelegt. Unsere Wirtschaftsförderer spüren bei Ansiedlungsgesprächen großen Zuspruch. Deshalb beginnen wir jetzt mit der Erschließung weiterer Flächen im Industriepark Schwerin und erweitern unser Technologiezentrum“, konstatiert Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow in ihrer Jahresbilanz.

Und es gab 2013 weitere gute Nachrichten: Schwerin hat mit der Wirtschaft und den Stadtwerken einen Klimapakt mit ehrgeizigen Zielen verabschiedet. Auch eine Charta für Baukultur wurde auf den Weg gebracht. Im Bewerbungsverfahren für das Unesco-Weltkulturerbe hat sich das Residenzensemble gut behauptet. „Wir haben im August die Amtseinführung des neuen Landesbischofs der Nordkirche erlebt und im September den Titel Fairtrade-Stadt errungen. Mit einem neuen Studienangebot an der Designhochschule Schwerin und der abgeschlossenen Sanierung des historischen Friedericianums als Sitz des Baltic College – FHM hat sich die Landeshauptstadt als privater Hochschulstandort weiter profiliert. Gerade wurden die ersten chinesischen Studenten an der FHM begrüßt.“

Schwerin ist an die Metropolregion herangerückt. Als ein gemeinsames Projekt wurde die Gartenroute von der Ostsee bis zum Schaalsee entwickelt und umgesetzt, zum Jahresende wurde die Landeshauptstadt in das Geo-Datenportal der Metropolregion aufgenommen.

Die Kinderbetreuung in der Landeshauptstadt hat sich Gramkow zufolge weiter verbessert: In den 44 Kindertagesstätten werden rund 5800 Kinder betreut. Die pädagogischen Konzepte insbesondere der Kita gGmbH sind für Eltern und Kinder überzeugend. Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ist sichergestellt. 80 Betreuungsplätze in der Krippe kamen hinzu. Derzeit wird die Kita Wirbelwind neu gebaut.

4,8 Millionen Euro investiert die Landeshauptstadt für die Sanierung und den Umbau der Grundschule Lankow, wo bis 2014 auch neue Hortplätze entstehen werden. Im November gaben die Stadtvertreter grünes Licht für einen Hortneubau der Heinrich-Heine-Grundschule, der im kommenden Jahr beginnen soll.

Das Bildungs- und Teilhabepaket kommt inzwischen mehr als 4740 Schweriner Kindern zugute. Um die Inanspruchnahme weiter zu verbessern wurde 2013 eine Bildungskarte im Kreditkartenformat auf den Weg gebracht. Ziel ist es, sie 2014 einzuführen. Zur Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen wurde im Juni im Stadthaus ein Pflegestützpunkt eingerichtet, der bis Jahresende mehr als 340 Bürger beraten hat.

Die Stadtbibliothek wurde im Oktober an ihrem neuen Standort in den „Schweriner Höfen“ wiedereröffnet, um das neue Entwicklungskonzept für kulturelle Bildung generationsübergreifend umzusetzen. Das Schleswig-Holstein-Haus stellte unter anderem mit der Grass-Ausstellung seine Anziehungskraft unter Beweis. Das Konservatorium beging 2013 seinen 60. Geburtstag und feierte diesen mit vielen Konzerten, Festen und schließlich einem ganzen Festwochenende. Für das Freilichtmuseum Mueß liegt ein Entwicklungskonzept bis zum Jahr 2020 vor.

Zum zweiten gemeinsamen Schweriner Kultur- und Gartensommer kamen weit mehr als 100 000 Besucher, darunter allein 15 000 zur Klangwelle und 32 000 zu den Schlossfestspielen. Das Mecklenburgische Staatstheater hat in diesem Jahr wieder 200 000 Besucher begeistert und die Staatskapelle im 450. Jahr ihrer Gründung mit zahlreichen Konzerten brilliert. Dies ist umso bemerkenswerter, da drastische Kostensenkungsmaßnahmen beschlossen wurden, um die Voraussetzungen für eine Überbrückungshilfe des Landes und die in Aussicht gestellte Landesträgerschaft zu erfüllen.

Auch sportlich lässt sich 2013 sehen: Die SSC-Volleyballerinnen haben zum zweiten Mal in Folge sowohl den Pokal als auch die Deutsche Meisterschaft geholt. Im September fand in Schwerin die Vorrunde zur Volleyball-Europameisterschaft statt. Zahlreiche Schweriner Sportler haben wiederholt Medaillen bei Europa- und Deutschen Meisterschaften errungen. Auch die Bauarbeiten an der neuen Laufhalle gehen gut voran. Die Eröffnung ist für Februar vorgesehen. Saniert wurde 2013 auch die Sporthalle der Brinckmann Grundschule in der Weststadt.

Die Fußgängerzone rund um den Marienplatz wurde Ende September pünktlich übergeben, der vierspurige Ausbau des nördlichen Obotritenrings hat begonnen. Fertig gestellt wurden die Güstrower Straße, die Mettenheimerstraße, die Apothekerstraße, der erste Bauabschnitt der Bergstraße, Am Werder sowie der Radweg Warnitz – Herrensteinfeld. Die Umgestaltung der Hafenpromenade am Ziegelinnensee läuft und soll im Frühjahr abgeschlossen werden. Die Erschließung und Vermarktung attraktiver Wohngebiete in der Innenstadt, so der Waisengärten, der Alten Brauerei und des Werderklinik-Geländes, kommt gut voran, bilanziert die Oberbürgermeisterin. Das Konzept „Zukunftsquartier Werdervorstadt“ wurde im Bundeswettbewerb des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz ausgezeichnet. „Leider hat sich die schwierige Haushaltslage der Stadt nicht verbessert und das trotz des im März beschlossenen 10-Millionen-Euro-Sparpakets. Am Jahresende wird voraussichtlich trotz aller Sparbemühungen das Defizit um acht Millionen Euro steigen“, so Gramkow. Die Schuldenuhr, die jetzt sogar im Foyer des Stadthauses tickt, wies Ende 2013 einen Schuldenstand von rund 209 Millionen Euro aus.

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