Pampowerin dabei, als ihre Tochter fast überfahren wurde : Trotz Ampel: Gefahr auf dem Schulweg

Den Überweg an dieser Bedarfsampel versucht die  Grundschülerin  Aileen jetzt zu meiden.   Hier wäre sie fast von einem Auto   angefahren worden. Mit ihrer Mutter Simona Zelck hat die Neunjährige jetzt einen anderen  Übergang gesucht.Heidrun Pätzold
Den Überweg an dieser Bedarfsampel versucht die Grundschülerin Aileen jetzt zu meiden. Hier wäre sie fast von einem Auto angefahren worden. Mit ihrer Mutter Simona Zelck hat die Neunjährige jetzt einen anderen Übergang gesucht.Heidrun Pätzold

Wenn Simona Zelck mit ihrer neunjährigen Tochter an der Ampel in Pampow in der Stralendorfer Straße vorbeigeht, beschleicht sie immer noch ein ungutes Gefühl, obwohl gestern die gefährliche Stelle etwas entschärft wurde.

von
12. September 2012, 10:01 Uhr

Pampow | Wenn Simona Zelck mit ihrer neunjährigen Tochter an der Bedarfsampel in Pampow in der Stralendorfer Straße vorbeigeht, beschleicht sie immer noch ein ungutes Gefühl, obwohl gestern die gefährliche Stelle etwas entschärft wurde.

Vor wenigen Tagen hatten Beide ein einschneidendes Erlebnis. Es war an einem Dienstag, so erzählt die Pampowerin, als sie gegen 15.30 Uhr ihrer Tochter, die die 3. Klasse der Pampower Grundschule besucht, entgegengegangen ist. "Das war eine spontane Entscheidung, denn eigentlich geht sie den Schulweg allein", sagt Simona Zelck. "Ich stand auf der anderen Seite der Bedarfsampel. Meine Tochter hat den Knopf gedrückt, wartete, bis sie für den Fußgänger Grün anzeigte und ging dann über die Straße. Die Autos hatten ja Rot."

In dem Augenblick hörte Simona Zelck auch schon ein Auto aus Richtung Stralendorf kommen. "Ich habe laute Musik aus dem Fahrzeug gehört und meine, dass es zu schnell unterwegs war", erinnert sie sich. Und weiter: "Meine Tochter befand sich mitten auf der Straße und ist glücklicherweise stehen geblieben. Wahrscheinlich vor Schreck. Wäre sie auch nur einen Schritt weitergegangen, hätte das Autos sie erwischt." Die Neunjährige hätte wie erstarrt dagestanden und sei dann in die Arme ihrer Mutter gelaufen. Nicht nur die Kleine habe geweint, auch die Mutter. "Wir zitterten. Ich sagte zu meiner Tochter, dass sie einen Schutzengel hatte, der gerade zur rechten Zeit an der richtigen Stelle war."

An das Auto, das die gefährliche Situa tion herbeigeführt hatte, kann sich die Pampowerin nicht genau erinnern. Dafür sei alles viel zu schnell gegangen. Sie wisse nur, dass es sich um einen kleinen, blauen Pkw gehandelt habe. Sie war bei bei der Polizei, wollte eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben. Da sie aber weder Autokennzeichen, Marke noch andere relevante Details nennen konnte, machten ihr die Polizisten von vornherein keine Aussichten auf Erfolg. So ließ sie es bleiben. Eine Schlussfolgerung hat die 32-Jährige aber gleich gezogen. "Wir haben einen neuen Schulweg gesucht, denn "an dieser Ampel hat meine Tochter Angst". Jetzt überquere die Drittklässlerin in Höhe der Haltestelle des Schulbusses, der aus Richtung Stralendorf kommt, die Straße - wesentlich vor der Ampel.

Da es aber nicht das erste Mal gewesen sei, dass Autos im Bereich dieser Ampel zu schnell unterwegs sind, möchte die besorgte Mutter auf diesen gefährlichen Umstand aufmerksam machen. Zumal auch eine andere Mutter erzählt habe, dass Autos bei Rot weitergefahren seien. Simona Zelck meint: "Die Ampel steht an einer sehr gefährlichen Stelle. Deshalb soll sie ja auch für mehr Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sorgen. Aber sie muss besser zu sehen sein und sollte meiner Meinung nach dauerhaft geschaltet sein." Oder der Abschnitt sollte als verkehrsberuhigte Straße gestaltet werden, schlägt sie vor. Ihre Tochter sei schließlich nicht das einzige Kind, das diese Ampel genutzt hat. Noch heute mag sich Simona Zelck gar nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn ihre Tochter an jenem Dienstag vor Schreck nicht so abrupt stehen geblieben wäre…

"Nicht nur ich wäre froh, wenn sich hier an der Ampel etwas ändert", sagt sie. Das teilte sie in einem Brief auch Bürgermeister Hartwig Schulz mit. Er teilt ihre Auffassung. "Es muss jetzt schnell dafür gesorgt werden, dass die Verkehrsteilnehmer wieder freie Sicht bekommen", sagt er. Daher habe er gleich angewiesen, dass die in die Breite gewachsene Hecke am Gehwegrand geschnitten wird. Sie steht auf privatem Grundstück. Und auch einige Äste der großen Kastanienbäume, die von diesem Grundstück weit auf die Straße ragen, sollen abgenommen werden. "Das ist ganz einfach nötig, damit der Bereich besser einsehbar ist. Durch die großen Bäume fällt wenig Tageslicht, eine der Bedarfsampeln sei daher nur schwer zu erkennen. Der Bürgermeister hat das Stralendorfer Ordnungsamt über diesen Gefahrenpunkt informiert. Bereits gestern gab es eine Kontrolle vor Ort, teilte das Ordnungsamt mit. Der Eigentümer des Grundstücks hat bereits die Hecke gestutzt. Heute soll noch ein Nachschnitt erfolgen. Es gehe auch darum, für eine bessere Sicht unter den Bäumen zu sorgen. Ebenfalls heute schneidet der Gemeindearbeiter auf der anderen Straßenseite Äste einer Birke zurück. Fragen im Zusammenhang mit der Ampelschaltung leitet das Ordnungsamt an die Straßenmeisterei des Landkreises Ludwigslust-Parchim weiter, denn es handelt sich um eine Kreisstraße.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen