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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. August 2017 | 08:42 Uhr

Handwerker-Treffen : Trompetenbaukunst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Internationaler Instrumentenbaukurs fand erstmals in Schwerin statt

Die Handwerkskammer war erstmalig Gastgeber für einen internationalen Kurs Musikinstrumentenbau. Unter der Leitung des Musikinstrumentenbaumeisters Michael Münkwitz bauten zwölf Teilnehmer aus den USA, Kanada, Belgien und Deutschland historische Natur-Trompeten nach. Am Ende des Kurses wurden die Instrumente von den Teilnehmern zum Klingen gebracht.

Vorbild für den Kurs war eine Langtrompete nach einem Original von Hans Hainlein. Was am Montag als Messingblech auf der Werkbank lag, erklang am Freitag als Trompete. Solche Instrumente wurden zu Zeiten berühmter Komponisten wie Händel, Bach und Telemann verwendet. Die modernen Ventile waren noch nicht erfunden und von den Trompetern wurde eine heute fast nicht mehr vorstellbare Virtuosität verlangt.

Ziel dieses Workshops war es, die überlieferten Technologien zu bewahren und in Handarbeit kunstvolle und funktionstüchtige Trompeten wie die alten Meister vor 350 Jahren zu fertigen. Handwerkstechniken wie Löten, Treiben, Biegen, Verzieren, Ziehen gehörten zu den vorwiegenden Arbeiten.

Michael Münkwitz hat gemeinsam mit Dr. Robert Barcley aus Kanada und Prof. Richard Seraphinoff aus den USA die jährlichen Trompetenbau-Workshops in Europa und den USA ins Leben gerufen. Die Faszination von Kunstfertigkeit, Können und Ideenreichtum der Instrumentenbauer, die schon im 17. Jahrhundert brauchbare Instrumente herstellen konnten, begeistert Organisatoren und Teilnehmer immer wieder aufs Neue.

Die Workshops sollen dem fachlichen Austausch dienen. In den Werkstätten des Berufsbildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer Schwerin fanden die internationalen Teilnehmer optimale Bedingungen, um Instrumente nach historischem Vorbild mit traditionellen Techniken in Handarbeit entstehen zu lassen.

„Für den Trompetenbaukurs haben wir gern unsere Werkstätten zur Verfügung gestellt. Es ist doch erfreulich, dass damit jahrhundertealte Fertigkeiten gepflegt werden und sich die Teilnehmer über die Arbeit an der Werkbank ohne viele Worte verständigen. Zugleich sind die Kursteilnehmer Vorbild für die Lehrlinge“, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin, Edgar Hummelsheim.

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erstellt am 07.Apr.2014 | 23:37 Uhr

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