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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. November 2017 | 22:10 Uhr

Crivitzer Jugend : Treffpunkte statt eines Jugendclubs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Crivitzer Forum mit Kommunalpolitikern und Jugendlichen soll Folgen haben: Gemeinsamer Stadtrundgang am 7. Juli

von
erstellt am 29.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Dass es in Crivitz keinen Jugendclub gibt, das stört die Jugendlichen kaum: „Wir wollen lieber Orte haben, an denen wir uns treffen, unsere Musik hören und nicht gleich schräg angeguckt werden.“ So kann das Fazit zusammengefasst werden, das die Jugendlichen nach zweistündiger Projektarbeit den Erwachsenen präsentierten. Eine Hand voll Kommunalpolitiker hatte zeitgleich, aber räumlich getrennt, ihre Vorstellungen und Ideen zusammengetragen.

„Dass ein Jugendclub auf der Wunschliste nicht einmal auftaucht, das überrascht mich schon“, sagt Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm. „Aber wir wollen ja, dass die Jugendlichen sagen, was sie wollen.“ Bleibt hier, bringt euch ein, seid hartnäckig. Das sind weitere Bitten, die die Erwachsenen an die junge Generation haben. Die hat aber nach einem voll gepackten Schulalltag und Aktionen in der Feuerwehr oder einem anderen Verein kaum noch Freizeit. Einfach mal ein bisschen abhängen – oder auf neudeutsch chillen – und dabei die Lieblingsmusik hören, das steht daher ganz oben auf der Wunschliste der oft mehrfach aktiven Jugendlichen, die zum Forum kamen. Kleine Treffpunkte an mehreren Plätzen in der Stadt wären toll, damit sich kleine Gruppen zusammenfinden und untereinander in Kontakt bleiben. Oftmals müsse neben den vorhandenen Bänken nur noch Tische sowie an ein, zwei ausgewählten Stelle vielleicht ein schützendes Dach aufgestellt werden. Und die Tischtennis-Platte sollte schnell repariert werden. Damit Musikfans auf ihre Kosten kommen und dabei nicht stören, sei doch eine Silent-Disco schön. Da wird gemeinsam getanzt, nach Musik, die jeder Einzelne vom Kopfhörer auf die Ohren bekommt.

Die Kommunalpolitiker aus Crivitz, Friedrichsruhe und Barnin waren sehr angetan, nahmen den Ball auf: Am 7. Juli geht Britta Brusch-Gamm mit Jugendlichen auf einen Stadtrundgang, um zu schauen, wo diese Treffpunkte möglich wären. Mit dabei sollen aber nicht nur die Jugendlichen vom Forum sein. „Bringt bitte weitere Freunde mit“, lädt Brusch-Gamm ein. Denn einige Aktive sind gut, viele besser. Die Stadtvertreter wollen dann schauen, was möglich gemacht werden kann. „Auf jeden Fall darf die erste Reaktion nicht sein: Das geht nicht“, betont Professor Henning Bombeck von der Universität Rostock und zugleich Leiter der Schule der Landentwicklung MV. Er und sein Team übernahmen die Moderation beim Crivitzer Jugendforum, leiteten die getrennte Erarbeitung der Inhalte und deren Zusammenführung. „Was hier in Crivitz in wenigen Stunden zustande gekommen ist, kann sich sehen lassen“, lobt Bombeck. Und dass die Kommunalpolitiker untereinander in Kontakt bleiben sowie die Jugendgruppen aus Vereinen und Orten für Projekte zusammenführen wollen, seien vielversprechende Ansätze, um die Jugendarbeit in Schwung zu bringen.

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