Schwerin : Traum von Fahrradtrasse geplatzt

Noch können Radfahrer auch in den Sommermonaten tagsüber durch die Buschstraße radeln. Nach der Umwidmung zur Fußgängerzone gibt es diese Möglichkeit nicht mehr.
Noch können Radfahrer auch in den Sommermonaten tagsüber durch die Buschstraße radeln. Nach der Umwidmung zur Fußgängerzone gibt es diese Möglichkeit nicht mehr.

Stadt will Buschstraße bis kommendes Jahr in Fußgängerzone umwandeln: Radler müssen im Sommer zwischen 10 und 18 Uhr schieben

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10. August 2016, 05:00 Uhr

Eine sichere Fahrradtrasse durch die Schweriner Innenstadt, die auch in den Sommermonaten durchgehend befahren werden darf, wird wohl ein Traum bleiben. Galten bisher die Busch- und die Bischofstraße  zumindest als Alternative für Pedalritter, die zwischen 10 und 18 Uhr ihr Rad nicht durch die Mecklenburgstraße schieben wollten, so dürfte es damit im kommenden Jahr vorbei sein. Die Stadt bemühe sich darum, die Buschstraße endgültig in eine Fußgängerzone umzuwidmen, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Uns fehlt nur noch die Zustimmung des  zuständigen Ministeriums.“

Nach der Umwidmung würden in der Buschstraße  für Radfahrer die gleichen Konditionen gelten wie in der Mecklenburgstraße  zwischen Schlossstraße und Pfaffenteich, in  der Puschkinstraße zwischen Schlossstraße und Markt, in der  Helenenstraße und in der Schmiedestraße, erklärt Nottebaum. Von Mai bis September dürfen diese Straßen zwischen 10 und 18 Uhr  von Radlern nicht befahren werden, um  Fußgänger nicht zu gefährden.

Volker Schulz, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Schwerin, fehlen die Worte. Da kämpfe der ADFC jahrelang für eine City-Trasse, werbe für eine Fahrt durch die für Radler wegen ihres Kopfsteinpflasters nicht gerade komfortable Buschstraße und die durch Autos häufig zugeparkte Bischofstraße  – und nun dieses. „Schwerin will doch eine Fahrrad-Stadt sein“, sagt Schulz. Wieder einmal seien die Radfahrer bei den Verkehrsplanungen der Stadt die Gekniffenen, beklagt er.

Dezernent Nottebaum, der selbst gern auf dem Rad sitzt, wirbt um Verständnis. Die Busch- und die Bischofstraße als zusammenhängende Fahrradtrasse auszuweisen, käme schon wegen der Querung  der Schmiedestraße nicht in Betracht.  „Die Schmiedestraße gehört zur Fußgängerzone. Radfahrer müssten deshalb beim Queren der Straße absteigen und den Fußgängern den Vorrang einräumen“, so Nottebaum. Dass sich die Stadt nun entschlossen habe, die Buschstraße  in jeder Hinsicht der Fußgängerzone zuzuschlagen, sei eine Reaktion auf die Wünsche der in der Straße ansässigen Gastronomie, die sich mehr Platz für Angebote unter freiem Himmel wünsche. „Von der Buschstraße hat man einen herrlichen Blick auf den Dom“, schwärmt der Dezernent.

Radfahrern, die die Innenstadt schnell passieren wollten, empfiehlt Nottebaum die Wismarsche Straße. Für ADFC-Chef Schulz allerdings keine wirkliche Alternative. Über den stark frequentierten Marienplatz zu fahren, sei für Radfahrer kein Vergnügen, sagt Schulz. Von allen Seiten drohten Gefahren, sogar von unten, wenn man mit dem Rad in die Schienen gerate.

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