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Schweriner Ruhestätten : Trauern und Spazieren im Grünen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Alte Friedhof ist als Garten- und Landschaftsdenkmal eingetragen

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2017 | 23:00 Uhr

Der Friedhof ist ein Ort für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben – ein Ort des Abschieds, der Erinnerung, des Trostes und der Hoffnung. Als Parks abseits des turbulenten städtischen Lebens bieten die Schweriner Friedhöfe auch Raum für Spaziergänge in ruhiger Atmosphäre, so wie auf dem Alten Friedhof.

Beim Gang über das Gelände am Obotritenring lassen sich nicht nur neue Gräber entdecken. Auch viele alte Grabsteine und Grabstätten stehen auf der ungefähr 28 Hektar großen Fläche. Kein Wunder, denn der Alte Friedhof wurde bereits am 28. Juli 1863 geweiht. Hofbaumeister Georg Adolph Demmler setzte sich damals für den Standort am Galgenberg ein, mit der Planung wurde der Gartenbaudirektor Theodor Klett beauftragt. Herausgekommen ist ein Friedhof, der an die französischen Ruhestätten Père Lachaise und Cimetière de Montmartre erinnert. Zahlreiche Bäume, Sträucher und Blumen sowie die Anordnung der Wege geben dem Friedhof seine besonderen parkähnlichen Strukturen.

Mehr als 22  000 Gräber befinden sich auf dem Alten Friedhof, darunter zahlreiche denkmalgeschützte Gräber und vier Grabkapellen. Die beiden „Väter“ des Friedhofes, Demmler und Klett, sind hier ebenso begraben wie der Archäologe Robert Beltz, der Kaufhausgründer Rudolf Karstadt und Fritz Reuters Jugendliebe Frida von Bülow. Auch die Grabstätte der Schweriner Marienschwestern steht auf dem Friedhof. Für ihren Erhalt und denen der alten Gräber, die nicht unter Denkmalschutz stehen, setzt sich seit Jahren der Förderverein Alter Friedhof ein. Neben den Erdgräbern können auch anonyme und Urnenbestattungen vorgenommen werden. Stillgeborene Kinder finden hier ebenfalls ihre letzte Ruhe. Eine Besonderheit: das Grab unter einem der vielen Bäume auf dem Friedhof.

Vier Mal wurde die Ruhestätte erweitert, 1930 das Krematorium gebaut. Feuerbestattungen werden hier allerdings nicht mehr durchgeführt, in dem Gebäude befindet sich heute die Trauerhalle. Zwei Räume stehen zur Verfügung. Auch eine Trauerkapelle kann am Hauptweg bestaunt werden, die 1864 errichtet und mehrmals instand gesetzt wurde.

Als der Waldfriedhof 1970 eröffnete, durfte auf dem Alten Friedhof nur noch in bereits vorhandene Familiengrabstätten bestattet werden. Doch seit 1997 werden auf der Ruhestätte wieder Bestattungen vorgenommen und neue Nutzungsrechte für Gräber verliehen.

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