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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. September 2017 | 18:25 Uhr

Hut ab : Trammerin gibt den Ton an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Friedel Pröpper leitet seit 38 Jahren den Chor „Lewitzsänger“. Die nächste Auftritte haben die Sänger in Bad Wilsnack, Banzkow, Seehof und Demen.

svz.de von
erstellt am 16.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Der Mittwochabend ist im Terminkalender von Friedel Pröpper stets ausgebucht. Da gibt es nur eins: Chorprobe im Vereinsraum des Dorfes. Von 19.30 bis 21 Uhr singt sie mit den „Lewitzsängern“. Das sind 25 Frauen und 10 Männer. In den anderthalb Stunden werden vertraute Lieder geprobt, neue einstudiert. Und das Woche für Woche, bis jeder Ton sitzt. Unterbrochen wird die Probe nur für zehn Minuten. „Die Männer und Frauen wollen zwischendurch eine kurze Raucherpause“, sagt Chorleiterin Friedel Pröpper verständnisvoll.

Die Lewitzsänger, sie kommen aus Tramm, Sukow, Plate, Consrade, Peckatel, Crivitz, Pinnow und Schwerin, haben mittlerweile ein Repertoire mit mehr als 100 Liedern in petto: Volkslieder, vierstimmige Sätze und Lieder, die Manfred Boye selbst geschrieben und komponiert hat. Auf diese Lieder seien alle Chormitglieder besonders stolz, ist Manfred Boye doch einer aus ihrer Mitte.

Erst jüngst luden die Trammer Sänger in die Dorfkirche ein – zu einem Frühlingskonzert. Dann, so erzählt Friedel Pröpper, sind vor allem solche Lieder wie „Komm, lieber Mai, und mache“ oder „Frühlingswind“ gefragt, bei anderen Anlässen singen sie Volksweisen wie „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Die Chorproben und die Auftritte bereichern ihr Leben, sagt Friedel Pröpper. „Und man kommt mal aus dem Haus.“ Der schönste Lohn der Mühen aber sei nach wie vor die Anerkennung vom Publikum. Wenn Besucher nach einem Konzert sagen „Das hat uns gut getan“, dann freue sie sich. „Für mich selbst ist es eine sehr schöne Abwechslung zu den alltäglichen Dingen.“

Mit Musik ist Friedel Pröpper aufgewachsen. „Ich bin mit sechs Jahren mit dem Rad von Tramm ins benachbarte Klinken zum Geigenunterricht gefahren – mit dem Geigenkasten auf dem Rücken.“ Dort nahm sie Privatunterricht, den sie zwei Jahre später in Schwerin fortsetzte.

Friedel Pröpper wurde Lehrerin und begann einige Jahre später ein Fernstudium in Berlin, das sie als „Diplomlehrer für Musik“ abgeschlossen hat. Sie unterrichtete in Tramm und in Crivitz, zuletzt am Gymnasium in der Kleinstadt – bis sie in den Vorruhestand ging.

Seit 1976 leitet sie den Trammer Chor, dem sie vorher als Sängerin angehörte, ehrenamtlich. Weil der damalige Chorleiter aus beruflichen Gründen einen angekündigten Auftritt nicht wahrnehmen konnte, überredeten die anderen sie, einzuspringen. Dass es eine jahrelange Aufgabe bleiben wird, konnte sie damals nicht ahnen. Aber sie habe die Aufgabe gern angenommen. Auch wenn diese Zeit, Kraft und viel Energie kostet, sagt die 68-Jährige. Die Auftritte etwa im Schweriner Burggarten, in den Kirchen der Region, demnächst in Bad Wilsnack (14. Juni), in Banzkow (22. Juni), in Seehof (28. Juni) oder beim Chortreffen in Demen (5. Juli) entschädigen. Und gern erinnert sie sich auch an die Chorreisen ins polnische Pila, ins estnische Tallinn oder an Fernsehauftritte. Bei der Reise ins amerikanische Crivitz im Bundesstaat Wisconsin 2008 war sie leider nicht dabei – aus familiären Gründen.

Denn so gern sie Chorleiterin ist, ihre Familie mit zwei erwachsenen Kindern und fünf Enkeln steht an erster Stelle. Außerdem ist die 68-Jährige eine leidenschaftliche Bastlerin. Mit ihrem Mann Ortwin besucht sie zum Beispiel Kreativmessen – bis nach Dänemark und Holland fährt das Ehepaar dann. Und immer kehrt Friedel Pröpper mit neuen Ideen nach Hause zurück, um Ungewöhnliches zu basteln oder zu sticken oder zu nähen. „Das sind so Arbeiten, bei denen man einfach abschalten kann, die beruhigen“, sagt Friedel Pröpper. Das sei ähnlich wie beim Singen. Wenn die Töne stimmen und der Text sitzt, sei es eine Freude, mit den Lewitzsängern auf der Bühne zu stehen. Und das möchte sie noch recht lange. Deshalb mache sie auch Gehirnjogging, sagt sie. Pröppers spielen mit Karin und Klaus Bochmann jede Woche Rommee – abwechselnd in Crivitz und Tramm.

 

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