Seit drei Jahren Baustelle : Trammer Straße bleibt das Nadelöhr von Crivitz

Die Verkehrssituation unter der Brücke in der Trammer Straße ist unübersichtlich und gefährlich. Seit Jahren warten die Crivitzer auf den Ausbau. Fotos: Werner Mett
Die Verkehrssituation unter der Brücke in der Trammer Straße ist unübersichtlich und gefährlich. Seit Jahren warten die Crivitzer auf den Ausbau. Fotos: Werner Mett

Land leitet ein Baurechtsverfahren ein, um die für den Ausbau erforderliche Privatfläche einzuziehen

svz.de von
06. Dezember 2013, 23:22 Uhr

Bereits seit drei Jahren ist die neue Eisenbahnbrücke über die Trammer Straße in Crivitz fertig. Die Landesstraße darunter ist aber immer noch ein Provisorium. Die beiden Fahrbahnen für den Fahrzeugverkehr sind schmal. Und nur dank einer aufgestellten Absperrung müssen Fußgänger und Radfahrer hier nicht um ihr Leben fürchten. Während der Bürgersprechstunden vor den Sitzungen der Stadtvertretung und des Amtsausschusses wird die „Dauerbaustelle“ regelmäßig von besorgten Anwohnern angesprochen. Bislang gingen die Fragenden ohne konkrete Antwort nach Hause. „Die ganze Situation ist verworren, unzumutbar und ein großes Ärgernis“, macht sich Bürgermeister Ulrich Güßmann Luft. Doch kurzfristig wird sich hier nichts ändern. Immerhin kommt jetzt die Planung voran. „Wir haben ein Baurechtsverfahren angeschoben,“ sagt Wilfried Schubert, Dezernent im Straßenbauamt Schwerin, auf Anfrage unserer Redaktion. Das soll in ein Planfeststellungsverfahren übergehen. Die Federführung dafür liegt beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Das ist der komplizierte, aufwändige Weg. Dass dieser beschritten werden muss, liegt an der festgefahrenen Situation vor Ort. Denn als vor Jahren der Brückenneubau geplant wurde, blieb die Straße darunter außen vor. Der Ausbau der Landesstraße plus Errichtung von sicheren Geh- und Radwegen an dieser Stelle konnte bis heute nicht in Angriff genommen werden, weil auch Privatland überbaut werden muss. Der Grundstückseigentümer fühlte sich übergangen. Denn dass er mit dem Brückenneubau weitere Einschränkungen in Kauf nehmen soll, war im Vorfeld nicht mit ihm abgestimmt worden. Bis heute konnte keine einvernehmliche Lösung erzielt werden.

Mit dem Baurechtsverfahren sollen nun die Rechtsgrundlagen geschaffen werden, damit die benötigten Flächen vom Privateigentümer eingezogen werden können. Der Bürgermeister ist von dieser Lösung nicht begeistert. „Das Verfahren ist aber auch nicht Sache der Stadt, sondern des Landes“, betont er. Zugleich macht Ulrich Güßmann deutlich, dass in der Trammer Straße endlich sichere Verkehrsbedingungen geschaffen werden müssen.

Dass Straßenbauprojekte oft mit Grundstücksfragen kollidieren, ist leider kein Einzelfall. Bei einem weiteren für Crivitz wichtigen Projekt hofft Dezernent Schubert, dass eine gütliche Einigung erzielt wird: Denn noch sind an dem zweiten Bauabschnitt des Radwegs neben der B 321 zwischen Crivitz und der Pinnower Ampelkreuzung Grundstücksfragen offen. Auch deshalb wird im kommenden Jahr „nur“ der erste Bauabschnitt zwischen Pinnow und dem Waldschlösschen errichtet. Hier sind alle Planungen erledigt, die Vorbereitungen abgeschlossen. „Dazu gehört auch die Beseitigung von Munition und Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg, die im Waldboden neben der B 321 lagen, sowie die Verlegung von Leitungen“, berichtet Wilfried Schubert. Das Straßenbauamt will nach Fertigstellung so schnell wie möglich die Lücke im Radwegenetz bis Crivitz schließen. Doch hier kann Schubert keinen Termin nennen, denn die Mittel für den Radwegebau im Land sind begehrt und begrenzt.

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