Planung der größten Photovoltaikanlage in MV : Tramm setzt auf Sonnenkraft

<fettakgl>Stromerzeugung aus Sonnenenergie erfolgt  inzwischen auch in großen Kraftwerken wie auf dem Foto: </fettakgl>100 Megawatt  pro Jahr soll die Anlage nahe Tramm einmal liefern.  Die beteiligten Gemeinden wollen bis Jahresende Baurecht schaffen. <foto>Archiv</foto>
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Stromerzeugung aus Sonnenenergie erfolgt inzwischen auch in großen Kraftwerken wie auf dem Foto: 100 Megawatt pro Jahr soll die Anlage nahe Tramm einmal liefern. Die beteiligten Gemeinden wollen bis Jahresende Baurecht schaffen. Archiv

Bürgermeister Manfred von Walsleben hofft auf eine sonnige Zukunft für die Gemeinde Tramm - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am Rande der Lewitz soll die größte Photovoltaikanlage in Mecklenburg-Vorpommern entstehen.

svz.de von
04. Januar 2013, 10:48 Uhr

Tramm | Bürgermeister Manfred von Walsleben hofft auf eine sonnige Zukunft für die Gemeinde Tramm - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am Rande der Lewitz soll die größte Photovoltaikanlage in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Auf rund 200 Hektar Ackerland sollen Solarmodule aufgestellt werden. Die können 100 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern und rund 35 000 Haushalte versorgen. Kurz vor Weihnachten kam grünes Licht aus Schwerin für dieses Großprojekt: Das Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg stimmte dem Vorhaben zu (SVZ informierte). "Damit hatten wir fest gerechnet", sagt von Walsleben. "Wir standen während des laufenden Raumordnungsverfahrens regelmäßig in Kontakt mit dem Landesamt."

Nun ist es an den beiden betroffenen Gemeinden Tramm und Lewitzrand, die Planungen zu vollenden. Denn Baurecht herrscht noch lange nicht. Die Kommunen müssen dieses erst schaffen, entsprechende Bebauungspläne auf den Weg bringen. "Das wollen wir tun und nach Möglichkeit noch in diesem Kalenderjahr schaffen", erläutert Tramms Bürgermeister. Kosten für die Gemeinden fallen dadurch nicht an: Die übernimmt der Investor. Das Verfahren selbst läuft aber unabhängig und öffentlich ab.

"Im Tramm werden wir auf jeden Fall eine weitere Bürgerversammlung zu diesem Großprojekt abhalten", kündigt Manfred von Walsleben an. Im Verfahren selbst kann sich ohnehin jeder zu dem Projekt äußern. Der Bürgermeister rechnet aber damit, dass die große Mehrheit der Trammer hinter diesem Vorhaben steht - weiterhin.

Ein Grund für die Unterstützung des Vorhabens ist die Tatsache, dass die Gemeinde dieses Projekt überhaupt erst angegangen ist, nachdem die Trammer sich damit einverstanden erklärt hatten. Inzwischen ist es drei Jahre her, dass die Idee eines Sonnenkraftwerkes am Dorfrand von Tramm auf einer Einwohnerversammlung vorgestellt wurde. Von den damals 120 anwesenden Einwohnern kam Zustimmung. "Ich hätte mir zwar gewünscht, dass wir das Vorhaben schneller auf den Weg bringen und umsetzen können", räumt von Walsleben ein. "Aber die exakte Planung braucht eben Zeit." Zeitverzug heißt in der Regel Verlust für den Investor. Und in dem sich schnell entwickelnden Solarbereich gab es in den zurückliegenden drei Jahren gravierende Veränderungen. So senkt die Bundesregierung die Förderung des Solarstromes mehr und mehr ab. Der Investor für das Trammer Solarkraftwerk will inzwischen komplett auf eine Unterstützung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verzichten und den Sonnenstrom aus der Lewitz direkt auf dem Energiemarkt verkaufen. Günstig entwickelt hat sich hingegen die technische Seite: Die heutigen Solarmodule liefern mehr Strom und sie sind in der Herstellung billiger.

Manfred von Walsleben hofft, dass die Baupläne zügig aufgestellt werden. 2014 könnte dann der erste Bauabschnitt des Sonnenkraftwerkes errichtet werden, 2015 der zweite. "Spätestens dann werden wir auch die wenigen Kritiker des Projektes überzeugen können", ist sich der Bürgermeister sicher. Denn einige Trammer fürchten eine Belästigung durch Blendeffekte der Kollektoren. Das soll durch das Anlegen von Grünstreifen verhindert werden. "Heute müssen wir mit dem Staub leben, den die Landwirte beim Pflügen zwangsläufig aufwirbeln. Und ebenso mit Geruch klar kommen, wenn Gülle ausgebracht wird", betont von Walsleben. Als Bürgermeister setzt er auch darauf, dass dieses Großprojekt der Gemeinde in den nächsten 20 Jahren finanziell das Überleben sichert. Denn Tramm kann sogar auf doppelte Einnahmen rechnen: Die Gemeinde selbst gehört zu den Landeigentümern, die Flächen für das Solarkraftwerk verpachten will. Und die Betreiberfirma soll ihren Sitz in Tramm erhalten, so dass in Zukunft auch Gewerbesteuern hierher fließen.

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