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18. Oktober 2017 | 00:20 Uhr

Trabis und Jawas faszinieren Tausende

vom

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erstellt am 08.Okt.2012 | 09:58 Uhr

Weststadt | Besser gepflegt war früher auch kein Trabi: Die verchromten Stoßstangen blitzen, der Anlasser springt sofort an und selbst die Reifen haben ein Top-Profil. Die Aussteller beim 6. Schweriner Oldtimertreffen haben sich alle Mühe gegeben. Und die Besucher honorieren das. Sie strömen zu Tausenden ins alte Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (KIW) "Vorwärts", wo auf mehr als 10 000 Quadratmetern mehr als 1000 Oldtimer ausgestellt sind: darunter Trabis aller Baureihen, auch mit Original-Anhängern und Dachzelten, Wartburgs vom 311 Sport-Coupè bis zum ersten Viertakter, Skodas vom alten Octavia-Zweisitzer über den 1000 MB bis zum S 100, selbst der alte Wolga M 21 mit Sitzbänken vorne und hinten ist vertreten. Hinzu kommen zu Dutzenden die Mopeds der Simson-Baureihe mit den alten "Essigpissern" SR 1 und 2, der kompletten "Vogelreihe" vom Spatz über Star, Schwalbe, Sperber und Habicht bis zu den verschiedenen S 50- und 51-Ausführungen. Bei den Zweirädern stehen die legendären 350er-Jawas, die 125er-Awo, der Motorroller "Berlin" mit Anhänger und diverse Ausführungen der MZ, etwa als Polizei-Krad oder Armeefahrzeug. Vertreten sind aber auch Nutzfahrzeuge wie der Barkas B-1000 in verschiedenen Modellen, darunter der Petermännchen-Stadtrundfahrt-Bus, aber auch der W 50 und der LO in diversenSpezialausführungen, etwa als Feuerwehrauto.

"Wer sich für so etwas interessiert, der hat immer Gesprächsstoff und findet sofort Partner", sagt Rüdiger Wanzenberg, der gerade mit seinem Sohn an einem Trabant 601 steht und mit Hans Klemke über den Einbau von Frontscheiben und Zierleisten fachsimpelt. "Ich bin mit sowas groß geworden, da entwickelt man automatisch eine enge Beziehung zur Technik", sagt der 23-jährige David Wanzenberg lachend. Es sei schon eine Herausforderung, ein altes Auto so gut in Schuss zu halten, dass es alltagstauglich ist und problemlos durch den Tüv komme. Die beiden schätzen an dem Oldtimertreffen aber nicht nur die guten Gespräche und die Vielzahl der Fahrzeuge, sondern auch, dass es in Unmengen Ersatzteile gibt. Trabi-Fan Hans Klemke lobt vor allem die Organisatoren: "Wolfgang Sammtleben und den IFA-Freunden MV gebührt Hochachtung, dass sie so ein grandioses Fest auf die Beine gestellt haben."

Sammtleben selbst zeigte sich von der gewaltigen Teilnehmer- und Besucherresonanz überrascht. "Ich bin beeindruckt, wie viele Fans wir haben", sagte er zufrieden. Das sei der beste Lohn für sechs Wochen Vorbereitung. Unterdessen tuckerte gerade etwas verspätet ein ZT 300 aufs Gelände, den Sammtleben einweisen musste. "Hier wird die Liebe zu den Fahrzeugen gelebt, hier herrscht Gemeinschaftssinn", fasste Hans-Joachim Lang vom gastgebenden IFA-Verein MV zusammen.

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