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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. August 2017 | 10:31 Uhr

Lewitz-Region : Tourismus – noch Luft nach oben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unternehmer kooperieren, um die Lewitz-Region für Urlauber noch attraktiver zu machen – Fachmann gibt Hinweise und Tipps

Ihr Ziel ist klar: Mehr Touristen ins Land holen. Doch was in Worten so schnell und einfach zu sagen ist, bedarf in der Praxis einer guten Strategie. Und genau an dieser arbeiten die Mitglieder des Tourismusforums des Amtes Crivitz. Im Banzkower Trend Hotel kamen am Donnerstagabend mehr als 60 Touristiker zusammen, um sich auszutauschen, neue Ansätze zu finden und sich weiter zu vernetzen. Einige kamen auch, um nur „mal zu schauen“, wie Christine Möller. Die Inhaberin der „Pension am Kornfeld“ in Pinnow war zum ersten Mal dabei. „Ich bin neu auf diesem Gebiet und habe nach dem Arbeitsleben den Start mit einer kleinen Pension gewagt. Aber ich kenne die Branche noch nicht sehr gut“, gibt sie sich bescheiden. Christine Möller weiß aber, dass sie genau da lebt, wo andere Urlaub machen beziehungsweise machen wollen. Und wie es die nun zufriedenzustellen gilt, das weiß Bernd Fischer. Der „als Papst des Tourismus“ angekündigte Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV hatte zahlreiche Tipps für die Touristiker im Gepäck – verteilte auch fleißig Hausaufgaben. Denn es sei noch lange nicht alles ausgeschöpft. „Der Bereich des glückseligen Tourismus’ ist hier noch nicht erreicht. Die Auslastung liegt unter dem Durchschnitt des Landes“, sagte er und sprach konkrete Punkte an, an denen nachgesteuert werden müsse. So fehle Investment. „Und dass das Wachsen der Großen die Kleinen kaputt macht, stimmt nicht“, betonte er und nahm den Kritikern mit entsprechenden Beispielen aus den Küstenregionen den Wind aus den Segeln. Zudem müsse sich die Lewitz-Region – in der viele Hotels, Pensionen und Freizeiteinrichtungen ansässig sind – auf eine Richtung verständigen. „Sie müssen von sich aus sagen, wie Sie sich definieren: Ob nun als Radfahrer-, Wander- oder Städteurlaub-Region. Das kann Ihnen niemand vorgeben. Nur Sie wissen, womit sie am besten werben können“, wandte er sich an die zahlreichen Gäste. Wichtig seien zudem Synergien. Die Lewitz liegt inzwischen komplett in der Metropolregion Hamburg, in Nähe der Städte Schwerin und Lübeck. „Auch davon kann man super profitieren“, gab er zu bedenken. Immerhin sei Urlaub ein Gut, das zu jeder Stunde weltweit verkauft werden könne. Vermarktung sei eins der Zauberwörter. Aber eben auch Destination – die Region als bestimmtes Reiseziel zu entwickeln.

Die Lewitz – das sind rund 24  000 Einwohner, 500 Quadratkilometer Landschaft und nur 0,4 Quadratkilometer davon sind Industriefläche. „Zu wenig. Das müssen wir noch weiter ausschlachten“, sagt Torsten Lubatsch. Und der Vorsitzende des Wirtschafts- und Tourismusausschusses des Amtes Crivitz hatte noch mehr Zahlen. So liegen die Gewerbesteuereinnahmen bei 2,9 Millionen Euro. Lubatsch rechnet vor: „Das sind 30 Millionen Euro Gewinn und etwa 3 Milliarden Euro Umsatz. Könne man den Tourismus weiter ankurbeln, so können neben mehr Arbeitsplätzen auch noch mehr Einnahmen generiert werden. Für die Region sei Tourismus „die Schwerindustrie“, so Lubatsch. Und nicht nur Christine Möller ist mit ihrer kleinen Pension Teil dieser Schwerindustrie. „Wir haben wirklich alle Sparten in dem Tourismusforum vertreten, vom Segelfliegerclub bis zum Schloss Basthorst. Die Vielfalt ist groß, wir müssen nur alle guten Ideen bündeln und stetig weiter ausbauen“, erklärt der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses.

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erstellt am 22.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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