Managementplan : Tourismus mit Vogelschutz

Auf Kaninchenwerder treffen Vogelschutz und Wassertourismus aufeinander.   Das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ ist das erste in Mecklenburg-Vorpommern, für das ein Managementplan erarbeitet wird.
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Auf Kaninchenwerder treffen Vogelschutz und Wassertourismus aufeinander. Das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ ist das erste in Mecklenburg-Vorpommern, für das ein Managementplan erarbeitet wird.

Wirtschaftsförderer: Managementplan für die Schweriner Seen bremst touristische Vorhaben nicht aus

svz.de von
27. März 2014, 08:00 Uhr

Der noch gar nicht vorliegende Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet Schweriner Seen sorgt weiter für Diskussionen. „Nach unseren Informationen kommt der Managementplan erst Anfang des nächsten Jahres“, sagt Andreas Zähle, Sprecher der Interessengemeinschaft Schweriner See und Umland (ISSU). „Es kann nicht sein, dass bis dahin alle Entwicklungen auf und an den Seen blockiert werden.“ Zähle kritisiert besonders, dass ausschließlich der Bootsverkehr auf den Schweriner Seen als Störfaktor für die Vogelwelt in die Untersuchungen einbezogen wird. Es gäbe auch andere Einflüsse, beispielsweise die Land- oder Fischereiwirtschaft.

Völlig unklar ist der Interessengemeinschaft auch, wie der Managementplan und das Tourismuskonzept der Landeshauptstadt zueinander passen. „Bisher wird an beiden unabhängig voneinander gearbeitet“, so Andreas Zähle.

Die Aufregung kann Bernhard Fiedler vom Staatlichen Amt für Umwelt und Landwirtschaft nicht verstehen. „Der Managementplan wird Anfang nächsten Jahres fertig sein – das war immer so vorgesehen. Im April werden wir zunächst in einer ersten Stufe die fachlichen Grundlagen vorstellen.“ Das sind Daten zur Vogelwelt, die zwischen 2007 und 2013 erhoben wurden. „In einer zweiten Phase werden wir uns dann mit allen Akteuren im 18 000 Hektar großen Gebiet zusammensetzen und Lösungen suchen, wie man die Bedingungen für die Vogelwelt verbessern oder wenigstens deren Erhalt sichern kann.“ Und auch zum Tourismuskonzept sieht Fiedler keinen Widerspruch. Die IHK lade zu regelmäßigen Gesprächsrunden ein. Das bestätigt auch der Wirtschaftsförderer der Stadt, Bernd Nottebaum. „Wir sitzen in der nächsten Woche wieder zusammen. Nach meiner Einschätzung können wir trotz oder gerade wegen des EU-Vogelschutzgebietes viele Vorhaben des Tourismuskonzeptes umsetzen.“

Die ISSU will jedoch nicht warten, bis sie in der zweiten Phase der Erarbeitung des Managementplanes vom Stalu in die Diskussion einbezogen wird. Am 25. April soll um 17 Uhr in der Marina Nord eine Zusammenkunft stattfinden, bei der das weitere Vorgehen der Vereine besprochen wird.

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