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Einkaufsstraßen in Schwerin : Tor zur Schelfstadt: die Puschkinstraße

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Die SVZ stellt Einkaufsstraßen in Schwerin vor: Seit der Buga blüht der Einzelhandel in der historischen Meile wieder auf und neue Geschäfte öffnen.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 10:30 Uhr

Schelfstadt | Wenn Gordon Bockhold aus seinem Spielzeuggeschäft "Lirum Larum" guckt, fällt sein Blick auf das bunte Treiben in der Puschkinstraße. "Bis zum Weinhaus Wöhler bummeln viele noch, dann drehen die meisten ab", sagt er. Nur wenige Zielstrebige betreten die Schelfstadt, "die meisten wohl, weil sie in das Schleswig-Holstein-Haus wollen", meint Jane Kanieser von der Buchhandlung "Litera et cetera", die nur wenige Hausnummern vom Ausstellungshaus trennen. Ab und an stöbern Urlauber durch ihren Laden, suchen eine klassische CD oder ein Kinderbuch. Es sei längst nicht so viel Laufkundschaft wie am oberen Teil der Puschkinstraße in Richtung Schlossstraße unterwegs, sagt sie. "Ich lebe vor allem von Stammkunden", so die Inhaberin.

In Bockholds Spielzeugladen stöbern fast ständig Kunden, das Geschäft liegt zwischen dem Weinhaus und dem Markt. Sein Laden war nicht immer so farbenfroh. "Als wir das Haus gekauft hatten, guckten die Touristen noch in zugeklebte Schaufenster", sagt er. Das war nach der Wende. Zu DDR-Zeiten klebte noch ein HO-Schild an der Scheibe. Statt Spielzeug gingen Sportwaren über die Ladentheke. Hinten in Bockholds Laden zeigt ein Schwarz-Weiß-Foto das alte Geschäft. Mit der Bundesgartenschau 2009 kehrten Farbe und Leben in die Puschkinstraße zurück. "Die Stadt machte Druck, dass wir unser Haus noch vor der Bundesgartenschau fertig sanieren, schließlich befinden wir uns hier am Tor zur Schelfstadt", sagt Bockhold weiter.

Gegenüber bietet das Kontor seit vier Jahren verschiedenen Künstlern Ausstellungs- und Verkaufsräume. "Das Haus wurde 1572 gebaut und ist eines der ältesten in der Puschkinstraße", erzählt Hendrik Grygas. Es sei früher vermutlich ein Handelskontor mit einer Tordurchfahrt gewesen. Im Verkaufsraum geht es unter einem Glasboden sieben Meter in die Tiefe. "Bei der Sanierung stießen wir auf einen Brunnen. In 14 Metern Tiefe wird Grundwasser vermutet", so Grygas weiter. Oberhalb des Glasbodens hängen regelmäßig wechselnde Bilder an den Wänden. Skulpturen, Keramik und Möbel stehen im Verkaufsraum. Ein paar Meter weiter bieten Einrichtungshäuser ebenfalls Kunst und individuelle Möbelstücke an. Sonst sind die Läden in der Puschkinstraße abwechslungsreich: ein Bio-Laden, ein Süßwarengeschäft und die Suppenküche reihen sich aneinander. In Richtung Schleswig-Holstein-Haus nimmt die Ladendichte ab. Auch der Kundenstrom wird dünner. Bis zum Weltladen kommen nur wenige. "Bei uns arbeiten vor allem Ehrenamtliche", erzählt Almut Henze-Kock. "Wir suchen noch einen FÖJ-ler. Vielleicht kommt ja bald einer."

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