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Paulskirche Schwerin : Tonnenweise Taubendreck entfernt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dachstuhl der Paulskirche wird saniert: Dabei kamen auch überraschende Funde zutage.

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erstellt am 15.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Architekt Wolfram Kessler ist begeistert: „Der Dachstuhl der Paulskirche ist aus Denkmalsicht von großer nationaler, wenn nicht sogar internationaler Bedeutung.“ Der Schweriner ist für die Sicherung des eisernen Dachstuhls verantwortlich. „Die Konstruktion ist 1867 gebaut worden – in der Art der damals vor allem in England entstandenen Glashäuser “, so Kessler.

Wesentliche Schäden sind auch 150 Jahre nach dem Bau nicht entdeckt worden, obwohl bisher nichts am Dachstuhl gemacht wurde und das Material ungeschützt eingebaut wurde. „Die Eisenkonstruktion wurde aber komplett vom Rost gereinigt und bekommt jetzt einen Korrosionsschutz“, so Wolfram Kessler. Dazu wird ein im Osten wohlbekanntes Mittel verwendet: Owatrol. Das Produkt wurde einst für die Hohlraumkonservierung von Trabant und Co. verwendet. Die Konstruktion des Dachstuhls bekommt damit einen zweimaligen Anstrich. Das soll für 30 bis 50 Jahre halten.

Mit dem Dachstuhl wurde auch die Gewölbedecke gereinigt. Mit überraschendem Ergebnis. Die beauftragte Firma hat 25 Tonnen Taubendreck vom Gewölbe gekratzt. „Vermischt mit dem Unrat der Jahrhunderte“, wie Wolfram Kessler sagt. Mit Handschaufeln und Eimern wurde der Dreck aus dem Dach geholt – in Schutzanzügen. In Säcke verpackt ging der Sondermüll dann durch eine Schleuse vom „weißen“ in den „schwarzen“, außen liegenden Bereich. Mit der Entfernung der großen Menge Taubenkots wurde das Deckengewölbe des Kirchenschiffes wesentlich entlastet.

Neben der Sicherung des Dachstuhls des Kirchenschiffes wird auch das Dach des Chores saniert. „Hier wird aus denkmalpflegerischen Gründen aber wieder eine Schiefereindeckung drauf kommen und kein Kupfer, wie beim großen Dach. Abgeschlossen werden soll der jetzt laufende Sanierungsabschnitt der Paulskirche im Herbst.

Finanziert wird die 700 000 Euro teure Sanierung des Daches aus Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes Ost und des Kirchenkreises Mecklenburg. „Unsere Kirchengemeinde hat 10 000 Euro beigesteuert“, sagt Pastor Christian Heydenreich. „Das ist im Vergleich zur Gesamtsumme nicht viel, aber wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Sanierung unsere Kirche beigetragen zu haben.“

Die Kirchengemeinde hat auch schon die nächsten Vorhaben geplant. „Wir wollen eine moderne Lichtanlage in der Paulskirche installieren“, sagt Pastor Heydenreich. Eine Stuttgarter Firma hat dazu ein Konzept erarbeitet. „Wir möchten per Knopfdruck verschiedene Lichtinszenierungen einschalten können“, sagt Christian Heydenreich. Bei Orgelkonzerten wäre die Beleuchtung dann anders als beim Weihnachtsgottesdienst. Die Kirchengemeinde muss allerdings noch das Geld für die Lichtanlage zusammenbekommen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass zum 150. Jubiläum der Kirchweihe im Jahr 2019 alles fertig ist“, sagt Pastor Heydenreich.

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