Kompromiss? : Tonnen-Streit rollt auf Politik zu

Stadtvertreter setzen das Thema erneut auf ihre Tagesordnung
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Stadtvertreter setzen das Thema erneut auf ihre Tagesordnung

Um Friedrichsthalern die Abfallentsorgung zu erleichtern, setzen Stadtvertreter das Thema erneut auf ihre Tagesordnung

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29. September 2015, 21:00 Uhr

Gibt es doch einen Kompromiss im Mülltonnenstreit von Friedrichsthal? Manfred Strauß, Stadtvertreter der Unabhängigen Bürger, hat jedenfalls erreicht, dass sich die Ausschüsse noch einmal mit dem Thema beschäftigen und nach einer Lösung suchen.

Die Anwohner von Stichstraßen in Friedrichsthal müssen seit einiger Zeit ihre Müll-, Papier-, Bio- und gelbe Tonnen am Abholtag bis zu 100 Meter weit zu einem Sammelplatz bringen. Der Grund: Eine Unfallverhütungsvorschrift, die quasi Gesetzescharakter hat, verbietet das Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen. Die Straßen seien zu eng, um zu wenden. Das sollte auch ein Test vor Ort beweisen, wie Manfred Strauß berichtete. Die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) hatte dazu ihr größtes Müllfahrzeug geschickt. Der Fahrer schaffte es nur mit größter Mühe und in mehreren Zügen zu wenden. „Der Fahrer der Firma Gollan, die die Papiertonnen leert, hatte mit einem gleich großen Fahrzeug keine Probleme“, so Strauß. Er beklagte: „Die Verwaltung rückt nicht von ihrer Entscheidung ab.“ Das quittierte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow mit dem Zwischenruf „Genau“.

Das die jetzige Situation auch in anderer Hinsicht nicht praktikabel ist, wollte Manfred Strauß auch mit anderen Argumenten belegen. „Die im Bebauungsplan vorgesehenen Sammelplätze sind für sechs Tonnen ausgelegt. Am Abholtag stehen dort aber 30 und mehr Tonnen.“ Sind alle leer, gäbe es zwischen Anwohnern hin und wieder sogar Streit: Wem gehört welche Tonne?

Einen Vorschlag zur Lösung des Dilemmas machte Manfred Strauß bereits. „Jetzt bezahlen alle dieselben Gebühren, egal wie weit die Bürger ihre Tonnen ziehen müssen. Da könnte man Unterschiede machen.“ Oder die Müllgebühren könnten um zehn Euro angehoben werden. Von dem Geld könnte ein Holservice bezahlt werden, sagte Strauß. „Das wird nicht reichen“, so Angelika Gramkow. Das Thema wird jetzt in den Fachausschüssen diskutiert. Dass es dadurch eine Lösung für die Friedrichsthaler geben wird, ist damit aber noch nicht gesagt.

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