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Schwerin hilft Afrika : Togolese will in Schwerin Abfallwirtschaft lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wie funktioniert eine moderne Abfallwirtschaft? Saharou Tchedre hospitiert ein halbes Jahr beim Schweriner Entsorgungsbetrieb

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 12:00 Uhr

„In meiner Heimatstadt gibt es keine Mülltrennung“, sagt Saharou Tchedre. Es gäbe auch keine Müllabfuhr, der Unrat werde einfach auf Hinterhöfen verbrannt oder lande auf wilden Müllkippen irgendwo am Rande der Stadt. Tchedre kommt aus Sokodé, der zweitgrößten Stadt Togos – mit 100.000 Einwohnern etwa so groß wie Schwerin. Und der 42-Jährige möchte lernen. Er will herausbekommen, wie eine moderne Abfallwirtschaft funktioniert. Deshalb hospitiert er jetzt bei der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS).

Seit Juli ist Saharou Tchedre in Schwerin, hat sich bereits ausführlich angesehen, was mit dem Abfall in der Landeshauptstadt passiert, wie er recycelt wird. „Wir haben Herrn Tchedre mehrere Verarbeitungsanlagen im Land gezeigt und sind mit ihm auch zur Deponie Ihlenberg gefahren“, sagt SAS-Geschäftsführer Andreas Lange.

„In Sachen Müll müssen wir in meiner Heimatstadt komplett umdenken“, erklärt Saharou Tchedre. Mit dem Wissen aus Schwerin wolle
er bei den Einwohnern in Sokodé für einen Bewusstseinswandel sorgen. Außerdem werde er sich für Gründung eines Abfuhrunternehmens einsetzen, so der Umweltberater. Politische Rückendeckung habe er bereits – vom Bürgermeister.

Tatsächlich hat sich Sokodés Bürgermeister Kondohou Biladegneme Tchakpedeou auch schon in Schwerin umgeschaut. Er war auf Einladung des Vereins Couleurs Afrik in der Landeshauptstadt. Der Verein hat auch die Hospitation von Saharou Tchedre organisiert, den Kontakt zur SAS hergestellt. „Jeder Schritt ist wichtig, um die Umweltsituation in Afrika zu verbessern“, sagt Angelika Reimers von Couleurs Afrik. Der vielerorts offen herumliegende Müll berge erhebliche Gesundheitsrisiken.

Bis Januar wird Saharou Tchedre noch in Deutschland bleiben. Auch die SAS profitiere von dem Interesse und den Fragen des Gastes aus Afrika, berichtet Geschäftsführer Lange. „Wir reflektieren unsere Arbeit.“ Mit seinem Know-how werde das Schweriner Unternehmen auch die weiteren Aktivitäten von Tchedre in Togo begleiten, verspricht Lange.

Gefördert wird der Aufenthalt von Saharou Tchedre in Schwerin von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche. „Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit der Hospitation“, sagt der 42-Jährige. In der Landeshauptstadt fühle er sich wohl. „Schwerin ist eine gastfreundliche Stadt“, sagt er.

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