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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 12:31 Uhr

Szene Schwerin : Tivoli: Viele Hürden genommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Club in historischem Haus in der Schollstraße hat erstes Jahr gemeistert: Jungunternehmer haben viel gelernt und noch viel vor

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Weihnachtsfeiern, Junggesellenabschiede und natürlich Clubabende – im Dezember ist das Tivoli in der Geschwister-Scholl-Straße voll ausgebucht. Ein Jahr nach ihrem Start in dem denkmalgeschützten Haus, das in den vergangenen Jahren schon einige Pleiten erlebt hat, sind die Schweriner Jungunternehmer Björn Beglau und Issa Saleh zufrieden: „Wir haben unser Urkonzept bei Weitem übertroffen“, sagt Beglau glücklich. Dennoch: Viele ungeahnte Hürden mussten sie in diesem Jahr überspringen, von Januar bis März sogar kurzfristig wieder schließen, um Bauauflagen zu erfüllen. Ein erfolgreicher Sommer bescherte dem Club Gästezahlen von rund 800 Tanzwilligen pro Wochenende.

Weil es so gut läuft, geben die Clubbetreiber zum Jahresende noch mal Vollgas. Heute steigt im Tivoli ab 22 Uhr die Fritz-Party, am 24., 25. und 26. Dezember ist Weihnachtsmarathon angesagt – nach Bescherung, Gans und Karpfen. Hip-Hop-Fans werden Heiligabend bedient, am ersten Feiertag ist Elektro dran, am 26. Dezember wird zur Thalia-Party mit Jens Kulbatzki geladen.

Was sich heute anhört wie eine simple Erfolgsstory, ist mit viel Arbeit verbunden. Die Smartphones der 23-Jährigen sind fast täglich von 8 bis 22 Uhr geschäftsbereit. Gearbeitet wird im Club, in einem Büro im TGZ und zu Hause, auf der Straße, im Auto, eigentlich überall. „Tapetenwechsel ist uns wichtig“, sagt Beglau. Urlaub gab es in diesem Jahr für keinen von beiden und auch 2016 steht das Tivoli mit vielen neuen Ideen über allem.

Afterworkpartys möchten sie etablieren, noch enger mit Schweriner Unternehmen und Sportvereinen zusammenarbeiten, einer Ballettschule ihre Türen öffnen und die Bar im Erdgeschoss ausbauen. Außerdem muss die Schallschutzwand in Absprache mit der Denkmalpflege erneuert werden.

Ein Jahr nach dem Start geben Beglau und Saleh aber auch offen zu: „Wir hatten den Gesamtkostenapparat am Beginn falsch eingeschätzt. Vor allem die Nebenkosten sind wesentlich höher, als wir erwartet hatten.“ Das Parkett müsse beispielsweise alle zwei Wochen geölt werden. Kaputte Gläser, zerstörte Spiegel, die aufwändige Reinigung der Lichtmaschine und anderes machen monatlich ordentliche Beträge aus. In die Lüftung mussten die Betreiber ebenfalls nachinvestieren. „Wir wollen verschiedene Prozesse im kommenden Jahr noch optimieren“, sagen sie heute fachmännisch.

Die Schweriner Partyszene jedenfalls kennen die beiden inzwischen gut genug, um zu erkennen: Poprausch oder Indepedent-Musik laufen ebenso wenig wie klassische Kulturveranstaltungen, also Poetry-Slams, Improviationstheater, Variete oder Kleinkunst. All das stand zwar im Grundkonzept, wird jetzt mangels Interesse hintan gestellt. Was in Schwerin aber richtig gut läuft, sind Elektro-Musik und Energy-Drinks, sagen beide lächelnd.


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