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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 16:27 Uhr

Titel im Medal Race noch vergeigt

vom

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erstellt am 03.Okt.2012 | 07:26 Uhr

Schwerin | Die drehenden Winde in der Schweriner Schlossbucht sorgten beim gestrigen Medal Race um die deutsche Meisterschaft in der olympischen Laser-Klasse dafür, dass es nicht der Tag der Mecklenburger Starter wurde. Allen voran für Franziska Goltz vom ausrichtenden Schweriner Segler Verein (SSV). Die Olympiastarterin führte nach neun Wettfahrten mit zwölf Zählern vor ihrer "Sparringspartnerin" Anke Helbig (Kiel/17) und der Rostockerin Lisa Fasselt (32). Damit war Goltz auf dem besten Weg zum Meisterschafts-Triple nach ihren Triumphen 2010 und 2011.

Doch auf dem Heimrevier war Rasmus der Landeshauptstädterin gar nicht hold. Am Ende wurde Franziska Goltz im Medal Race der Top 10, bei dem die doppelte Punktezahl vergeben wird, lediglich Neunte. Hinter ihr kam nur noch die 17-jährige Lena Haverland vom Schweriner Yachtclub ein, die so im Endergebnis um einem Platz auf Rang sieben rutschte. Und dennoch war Lena mit dem Verlauf unterm Strich nicht unzufrieden: "Es war meine dritte Meisterschaft und mein bisher bestes Ergebnis."

Ganz anders hingegen die Seelenlage von Top-Favoritin Goltz : "Das war heute eine Lotterie mit ständig drehenden Winden. Vielleicht habe ich auf der ersten Kreuz nicht genug auf sie (die neue Meisterin Helbig - d. A.) aufgepasst. Sie kam mit der letzten Böe, die runterkam, ins Segeln, während ich nur noch stehen geblieben bin." Und was das Medal Race betrifft, dessen Kurs im Interesse der Zuschauer gut einsehbar angelegt wird, ist dies nicht gerade Franzis Lieblingssache: "Das mag ich überhaupt nicht - so unter Land…"

Jörg Lehmann, EM-Zehnter 1986 im Flying Dutchman und heute SSV-Nachwuchstrainer, wollte hingegen von Lotterie nicht sprechen: "Die Bedingungen waren für alle gleich. Jeder hat die Chance, sich einzusegeln und zu sehen, wie es zieht." Franziska agierte in seinen Augen "am Start etwas zu verhalten. Und dann hat sie versucht, mit seglerischen statt mit taktischen Mitteln die Sache zu lösen." Will heißen, sie hätte sich "nur" an Anke Helbig dranhängen sollen. So reichte Helbig, der bis dato ewigen Dritten, ein dritter Rang im Medal Race zum Titel im Laser Radial vor Goltz.

Die Schwerinerin will in zwei Wochen bei der SSV-Herbstregatta noch einmal ihr Boot zu Wasser lassen, um sich dann die kommenden zwei Jahre erst einmal voll ihrem Studium zu widmen.

Baden im wahrsten Sinne des Wortes gingen die Medaillenträume des für Plau startenden Matthes Waack, der an der Luv-Tonne kenterte und somit nur Letzter im Top-Ten-Finale der Laser Radial (Männer) wurde. So fiel der eigentlich aus Ribnitz Stammende als Gesamtvierter noch aus den Medaillenrängen. Und bei den Standards setzte der Röbeler Ole Nietiedt auf die falsche, die linke Seite, musste zudem noch einen Strafkringel wegen Berührens der Luv-Tonne drehen. Statt der möglichen Bronzenen wurde es Rang sieben. Doch Nietiedt ist gerade erst vom Radial in den Standard umgestiegen, da ist solch ein Einstand aller Ehren wert.

Ein dickes Lob gab es vom Laser-Klassen-Präsidenten Bernd Buchert (Berlin): "Nachdem die geplanten Titelkämpfe auf dem Steinhuder Meer bei Hannover abgesagt wurden, sprang der Schweriner Segler Verein ein. Das erwies sich als wahrer Glücksgriff. Die Bedingungen hier sind einfach hervorragend und so wurden es die besten Meisterschaften, die man sich wünschen kann. Das Umfeld und das Revier stimmen."

Was das Medal Race in Ufernähe betrifft, dies stellt überall besondere Anforderungen. In Schwerin verschwand ausgerechnet zur Entscheidung die Sonne - Wolken verhangen war dann auch letztlich die MV-Bilanz…

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