Schwerin : Tierischer Unterricht

Brav folgt Dackel Dolly Christophers Anweisungen und geht über die Wippe. Lehrerin Anne Köpper schaut zu.
Brav folgt Dackel Dolly Christophers Anweisungen und geht über die Wippe. Lehrerin Anne Köpper schaut zu.

Kinder und Jugendliche an der Albert-Schweitzer-Schule lernen mit Dackel Dolly und Beagle Maja

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04. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Seelenruhig liegt Tatanka unter dem Schreibtisch von Birgit Hadler. Besucher bekommen im von dem Rhodesian Ridgeback im Büro der Schulleiterin nichts mit. Der Rüde hat sich in sein Körbchen gelegt und verfolgt das Geschehen entspannt und unaufgeregt. Ganz anders sieht es in einem Klassenraum aus. Dort wuseln Dolly und Maja umher, schnuppern erwartungsvoll an den Beinen der Schüler und betteln mit hoffnungs- und sehnsuchtsvollem Blick um ein Leckerli. An der Albert-Schweitzer-Schule sind die Hunde los.

Denn seit mehreren Jahren bietet die Schule im Mueßer Holz tiergestütztes Arbeiten und Unterrichten an. „Das war vor knapp 20 Jahren noch ein sehr ungewöhnliches Konzept für eine Schule“, sagt Rektorin Birgit Hadler. Zunächst gingen die Meerschweinchen und der Hund von der Direktorin in der Schule ein und aus. Seit 2013 läuft auch Beagle Maja durch die Gänge.

„Ich wollte mir privat einen Hund anschaffen“, erzählt Yvonne Jindra. „Dann habe ich mir überlegt, warum ich nicht einen Schulbegleithund daraus mache?“ Gesagt getan. Die Erzieherin absolvierte eine Fortbildung bei dem Verein für innovative tiergestützte Arbeit „Vier für Zwei“. Seitdem kommt Beagle Maja an drei Tagen in der Woche mit in die Schule, seit einigen Jahren hat sie Gesellschaft von Dackel Dolly. „Obwohl beide Tiere Jagdhunde sind, sind sie sehr ruhig sowie clever und schlau – die passenden Schulbegleithunde“, sagt Dackel-Besitzerin Anne Köpper.

Die Lehrerin bietet gemeinsam mit Yonne Jindra montags und mittwochs den Kurs „Hundefreunde“ an. Sieben Schüler sitzen dann ganz gespannt in einem Halbkreis und „arbeiten“ eine Schulstunde lang mit Maja und Dolly. Doch bevor es losgehen kann, muss zunächst ein Hundechef bestimmt werden. Jasmin wird heute entscheiden, was mit den Hunden gemacht wird, sie übernimmt das Kommando. Auf dem Stundenplan steht Bewegungstraining. Nach und nach versucht jeder Schüler sowohl Dackel Dolly als auch Beagle Maja mit Leckerlis und Kommandos über die Wippe laufen zu lassen. Mal klappt es, mal nicht. Während der eine Hund aktiv ist, darf sich der andere ausruhen. Eine Schülerin passt auf, dass die beiden Tiere nicht miteinander spielen, sondern sich auf ihre Aufgabe konzentrieren.

„Der Hund im Unterricht entschleunigt ungemein“, erzählt Yvonne Jindra, die in ihrer Klasse mit Beagle Maja auch schon den Besuch beim Tierarzt geübt hat. „Oft helfen uns die Hunde, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.“ Außerdem beruhigen Tatanka, Dolly und Maja hyperaktive Kinder, emotionale Schüler lernen, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen. „Sie üben zudem geduldig zu sein, Frust auszuhalten und reflektieren ihre Umwelt viel mehr“, ergänzt Anne Köpper. Auch das Schul-Personal profitiert von den Hunden: Die Atmosphäre ist angenehmer, dank der Tiere kann Kraft getankt werden.

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