zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 10:40 Uhr

Holthusen : Tiere als Festgabe nicht geeignet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anschaffung von Hund, Katze und Co. muss langfristig vorbereitet werden / Tierpension in Holthusen hilft bei Vermittlung

von
erstellt am 17.Dez.2014 | 23:57 Uhr

Sie heißen Schoko, Magil und Tobo. Die kleinen Katzen sind drei von etwa 20 Samtpfoten, Hunden, Meerschweinchen und Kaninchen, die derzeit in der Tierpension „Kleine Oase“ in Holthusen auf neue Besitzer warten. Damit die Namensliste der zu vermittelnden Tiere dort nicht länger wird, rät Pensionschefin Doris Schiemann dringend davon ab, Tiere aus einer Laune heraus etwa zu Weihnachten zu verschenken. Denn deren Weg endet oft im Tierheim, wenn die zumeist von Kindern gewünschten, vierbeinigen Gefährten als Belastung empfunden werden.

Damit die Freude über ein neues Familienmitglied lange anhält, empfiehlt die Tierexpertin, sich die Anschaffung eines Tieres gut zu überlegen. Sie bringe eine große Verantwortung mit sich, denn ein Haustier beanspruche Zeit und verursache Kosten beispielsweise für Futter und Tierarzt. „Ich kann nicht einfach mal in ein Tierheim gehen und dort einen Hund holen, das klappt nicht. Die ganze Familie muss sich den Hund aussuchen und zu dem Tier stehen, weil es viel anspruchsvoller im täglichen Umgang ist“, sagt sie.

Doris Schiemann plädiert dafür, sich langfristig darauf vorzubereiten, ein Tier nach Hause zu holen. Aus ihrer Sicht sind im Vorfeld vor allem die Eltern gefordert, zu prüfen, wie tief der Wunsch ihrer Kinder nach einem Tier tatsächlich ist. „Es geht um Beständigkeit. Wenn ein Kind heute Geige spielen, morgen Ballettunterricht nehmen und übermorgen sich einen Hund anschaffen will, sollte ich vielleicht mal gucken, wo liegen die Werte, was will das Kind wirklich“, betont die Pensionsbetreiberin.

Generell müssten Kinder mit Hilfe der Eltern eine Vorstellung von Aufwand und Bedürfnissen der Tiere bekommen, „denn so ein Tier wird auch alt. Ein Kind muss sich auch noch in zehn Jahre darum kümmern“, fügt Schiemann hinzu. Aus ihrer Erfahrung sind Kinder ab acht Jahre in der Lage, die auf sie zukommende Verantwortung zu verstehen.

Findet die Familie eine Übereinkunft, sollte man sich nach Schiemanns Ansicht unbedingt Zeit bei der Auswahl eines Tieres nehmen. „Es sollte sich in einem Tierheim in aller Ruhe und auch mehrmals umgeschaut werden. Mit den Kindern kann ein fester Termin abgesprochen werden. So wird der Heimbesuch zu einem Ereignis mit entsprechender Vorbereitung darauf“, sagt sie. Die Mitarbeiter stünden bereit, Fragen zu den einzelnen Tieren und zu deren Haltung zu beantworten. Hätten dann ein oder zwei Katzen das Interesse geweckt, sollte trotzdem bis zu einer endgültigen Entscheidung „noch ein, zwei oder drei Nächte darüber geschlafen werden“.

Zu den Möglichkeiten, sich auf ein Tier vorzubereiten und Kindern bereits im Vorfeld eine Freude zu machen, ist laut Schiemann der Kauf von Zubehör, wie der eines Kratzbaums für die Katze oder eines Käfigs für das Meerschweinchen. Auch Bücher über die Lebensweise und Haltungsbedingungen der gewünschten Tierart wären vorab eine zu empfehlende Informationsquelle und zugleich ein schönes Geschenk für Kinder – eben auch zu Weihnachten.

Mit der richtigen Planung könnten Schiemann zufolge Fälle wie das eines Kaninchens vermieden werden. Es kam vor wenigen Wochen in die „Kleine Oase“ bei Holthusen, weil dessen Besitzer im Kindesalter keine Lust mehr darauf hatten. „Wenn die Bindung an ein Tier eng ist, weil ich es mir erarbeitet habe, dann wird es auch weiter betreut“, betont die Fachfrau.

Sind sich Interessenten nicht sicher und Schiemann als Vermittlerin auch nicht, ob das Tier zu ihnen passt, bietet die Tierpension einen Probevertrag von bis zu vier Wochen an. So könne ohne Hektik geschaut werden, „ob das Tier in den Familienalltag integriert werden kann, ob man sich emotional darauf einlässt. Für die Tiere ist die Zeit eine schöne Erfahrung und eine Chance, einen neuen liebevollen Besitzer zu finden“, sagt sie. Mit diesem Modell habe die Tierpension „fantastische Erfahrungen“ gemacht. Die Vermittlungsquote liegt bei 95 Prozent.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen