Schwerin : Tickets vom Hahn im Korb

In der Touristeninformation im Rathaus berät Mitarbeiter Daniel Retzko in der Hauptsaison bis zu 1000 Besucher, sowohl Touristen als auch Schweriner. Ansonsten verkauft er Tickets.
In der Touristeninformation im Rathaus berät Mitarbeiter Daniel Retzko in der Hauptsaison bis zu 1000 Besucher, sowohl Touristen als auch Schweriner. Ansonsten verkauft er Tickets.

Seit fast 20 Jahren verkauft Daniel Retzko Event-Karten und berät Besucher und Schweriner in der Touristeninformation

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23. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Er ist der Hahn im Korb. Der einzige Mann bei insgesamt fünf Mitarbeitern. Für Daniel Retzko kein Problem. „Es hat seinen Reiz, nur mit Kolleginnen zu arbeiten“, sagt er und lacht. Seit fast 20 Jahren arbeitet der gebürtige Schweriner in der Tourist-Information im Rathaus. Und Geschäftsführerin Martina Müller will ihn auf keinen Fall mehr missen. „Er ist unsere Waage. In Stresssituationen sorgt er immer für Ausgeglichenheit und Ruhe, stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Das ist wertvoll“, sagt sie.

Bevor Retzko im Jahr 2000 mit einem Praktikum in der Tourist-Information anfing, absolvierte er eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann. „Das ist eigentlich mehr auf die Arbeit im Reisebüro fokussiert“, erklärt er. Doch während des Praktikums ging eine Kollegin in Baby-Pause. „Man bot mir eine Stelle an. Und hier bin ich geblieben“, sagt er.

In der Tourist-Information berät Daniel Betzko zur Hauptsaison bis zu 1000 Besucher, gibt ihnen Tipps, was man in Schwerin unbedingt gesehen haben muss wie etwa das Schloss oder den Dom. Ansonsten ist er für den Ticketverkauf zuständig. Ob klassisches Hard-Ticket oder online. Bislang sei es ihm für die Kunden auch fast immer gelungen, Karten im Vorverkauf zu bekommen. Mit einer Ausnahme: „Die Tickets für das Rammstein-Konzert im letzten Jahr waren in fünf Minuten komplett ausverkauft. Da hatten wir keine Chance“, sagt er.

Der 41-Jährige ist selbst ein leidenschaftlicher Konzertgänger. Dieses Jahr waren es Phil Collins, Pink, Materia und Metallica, die er live sah. Der Preis: 430 Euro. „Für dieses Jahr ist es also gut gewesen“, sagt er. Sein Musikgeschmack lasse sich nicht festlegen. Aber er habe eine Lieblingsband: die Rolling Stones. Vier Konzerte habe er mittlerweile besucht. „Für mein erstes Konzert habe ich damals 90 Mark für das Ticket und die Busreise bezahlt“, erinnert er sich. Das war 1999. Für das vierte Konzert waren es 180 Euro. Retzko erklärt sich das so: „Den Künstlern fehlen die Einnahmen von CDs. Heute hören alle Spotify. Also haben sie die Konzertpreise angehoben.“

Auch der Ticketverkauf verlagere sich mehr auf das Internet. Wobei es da auch auf die Altersgruppe ankomme. „Meine Mutter sagt mir immer, dass ich ihr mit dem Internet bloß fernbleiben soll“, erzählt er. „Und junge Leute kaufen fast nur noch online.“ Das finde er schade. „Diese Vorfreude am Ticketkauf geht dabei etwas verloren.“

Die Tickets für die Schweriner Kulturnacht bekomme man aber nur analog. Und zwar als blaues Armband. „Das sind diese reißfesten, die man nur mit einer Schere zerschneiden kann“, erklärt er. Den Großteil des Tages verbringt er im Rathaus. Doch nach Feierabend findet man Daniel Retzko des Öfteren im Speicher. „Ich mache dort nebenberuflich den Einlass“, erklärt er. Da der Einlass erst um 19 Uhr beginne, könne er das gut mit seiner Haupttätigkeit vereinbaren. „Es ist dann schon lustig, wenn die Leute tagsüber bei mir die Tickets kaufen und abends bei mir wieder abgeben“, sagt er. Ansonsten habe er abends gern seine Ruhe. „Schließlich rede ich den ganzen Tag mit Leuten“, erklärt er. Es mache ihm aber einfach viel Spaß, mit Menschen zu arbeiten. „Hauptsache sie gehen mit einem Lächeln aus der Tür. Das ist wichtig.“

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