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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 17:31 Uhr

Zurück ins Leben : Therapie gab Lebensmut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein ehemaliger Patient der Lübstorfer Klinik erzählt

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 23:18 Uhr

Zum Ehemaligentreffen in der Lübstorfer Klinik „Schweriner See“ reisten viele Männer und Frauen aus ganz Deutschland an. Sie sind in den vergangenen Jahren hier behandelt worden. Chefarzt Dr. Thomas Fischer wies darauf hin, dass die Klinik für psychosomatischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Auf seine Frage, wer schon in den Anfangsjahren in Lübstorf behandelt wurde, meldeten sich vier ehemalige Patienten. So auch Jörg Witte aus Wismar.

Der 54-Jährige verbrachte1994/95 zwölf Wochen auf der Station für Psychosomatik und denkt mit Dankbarkeit an diese Zeit zurück. Der gelernte Rohrschlosser arbeitete damals auf der Wismarer Werft und meint heute, dass er zu den Menschen gehöre, die die Wende nicht so gut verkraftet haben. Neben der Sorge um den Arbeitsplatz kamen Zweifel, ob er das neue, leistungsorientierte Leben überhaupt meistern kann. Trotz seiner Familie, die ihm stützend zur Seite stand, bekam er Angstzustände, Schlafstörungen, ja sogar Panikattacken und verließ kaum noch sein Haus. „Kurz vor Weihnachten“, so erinnert sich der Wismaraner, „ging gar nichts mehr.“

Nach einem Zusammenbruch wies man ihn in die Lübstorfer Klinik ein. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Jörg Witte. In den Gruppentherapien merkte er, dass andere die gleichen Probleme hatten. „Die Therapien, aber auch die Gespräche mit den Mitpatienten haben mir gut getan. Am Anfang habe ich gedacht, ich wäre in der Kirche. Denn hier sprach man davon, wie wichtig es ist, Körper, Seele und Geist im Einklang zu bringen. Heute verstehe ich das und ich halte mich daran.“

Wenn sich Witte, der bisher jedes Jahr das Ehemaligentreffen besucht, in der Klinik umsieht, kann er nur staunen. Heute gäbe es viel mehr Therapieangebote als in den Anfangsjahren. Er erinnert sich noch an die vielen Baustellen, die es auf dem Klinikgelände gab. Dass es so hervorragend geworden ist, findet er gut. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass ein schönes Umfeld zur Gesundung beitragen kann.

Menschen, die unter extremen Angstzuständen leiden, empfiehlt Witte, sich professionell helfen zu lassen. Alleine komme man da nicht raus. „Ich habe jedenfalls aus meiner Therapie in Lübstorf viel Energie, Wissen über meine Erkrankung sowie Mut für ein beschwerdefreies Leben mitnehmen können“, sagt er.





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