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24. November 2017 | 05:02 Uhr

Theaterkonzept ist noch keine Lösung

vom

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erstellt am 13.Mär.2012 | 11:13 Uhr

Schwerin | Die Diskussion um die Sanierung des Mecklenburgischen Staatstheaters geht in die heiße Phase. Der Hauptausschuss debattierte gestern Abend das erste Mal über eine dazu von der Oberbürgermeisterin eingebrachte Vorlage. Sie beinhaltet zum einen die Bestätigung des von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wikom AG angefertigte Sanierungskonzept. Zum anderen sollen die Stadtvertreter beschließen, dass die Senkung des Zuschusses der Stadt an das Theater nicht, wie im Haushaltssicherungskonzept bereits seit Jahren vorgesehen, von derzeit 6,6 Millionen Euro auf 5,5 Millionen gesenkt werden soll. Doch ob das alles endgülig so beschlossen wird, ist nicht sicher.

Die Vertreter aller Fraktionen waren sich einig: Den im Sanierungskonzept aufgezeigten Weg, das Theater wieder in geordnetes finanzielles "Fahrwasser" zu bringen, geht keiner gerne und klaglos mit. "79 Entlassungen, die beschließt man nicht einfach so", sagte Gerd Böttger, der Fraktionschef der Linken. Doch welche Wege gibt es dann? Eine Frage, die immer wieder an die Oberbürgermeisterin gestellt wurde. "Wenn die Stadtvertretung dem Papier nicht zustimmt, muss der Geschäftsführer geeignete Maßnahmen ergreifen", so Angelika Gramkow. Was darunter zu verstehen ist, lieferte sie gleich mit. Auch dann wären Entlassungen unvermeidbar. Oder es wäre Insolvenz anzumelden. Eine Möglichkeit, mit der bisher ohnehin einige Stadtvertreter liebäugeln.

Die Oberbürgermeisterin teilte mit, dass sie vom Bildungsministerium einen neunseitigen Fragenkatalog zum Theater erhalten habe. Der muss bis zum 4. April zurückgeschickt werden. Doch die Stadtvertreter sollen bereits Ende März das Sanierungskonzept beschließen. Zu früh, hieß es im Hauptausschuss. Denn möglicherweise ist das Land ja doch noch bereit, den Schwerinern in Sachen Theater Hilfe zu leisten, so die Hoffnung. "Wir müssen den Druck weiter aufrecht erhalten", sagte Gerd Böttger. CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers sah das ebenso: "Wenn wir die Vorlage so beschließen, lassen wir die Hosen komplett runter."

Doch das Land wird sich für eine, wie auch immer geartete Hilfe auf jeden Fall Zeit lassen. "Eine schnelle Lösung wird es nicht geben", so Gramkow. Sie sieht derzeit auch keine Chance, eine Zusammenarbeit mit Rostock zu forcieren oder Unterstützung von den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim zu bekommen.

Kritisiert wurde, dass es keine Ansätze für eine Herunterstufung von Orchester und Chor von der A- auf die B-Kategorie gibt. "Auch eine Ausgliederung der Beiden in eine eigene Gesellschaft wurde im Sanierungskonzept nicht berücksichtigt", so FDP-Stadtvertreter Michael Schmitz. "Dadurch könnten 30 Entlassungen vermieden werden." Ein Vorschlag, der für Angelika Gramkow keine Option ist, denn die Arbeitnehmervertreter müssten zustimmen. Das hat aber die Deutsche Orchestervereinigung bisher immer verweigert. "Wenn wir das Konzept von der Zustimmung der Gewerkschaften abhängig machen, sind wir verloren", so die Oberbürgermeisterin.

Die Beschlussvorlage wird nun in den Fraktionen und in den Ausschüssen sowie im Aufsichtsrat des Mecklenburgischen Staatstheaters diskutiert. Am 26. März soll dann in der Stadtvertretung eine Entscheidung fällen. Nach jetzigem Stand der Diskussion wird die Vorlage das jetzt erstmals diskutierte Konzept nicht in allen Punkten beinhalten.

Das bewirkt vielleicht auch der Druck der Bürger. Über Facebook ist jedenfalls zur Demonstration am 26. März vor dem Rathaus aufgerufen worden. Mitmachen wollen bisher 3000. Und täglich melden sich mehr.

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