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Schweriner wollen ein klares Konzept : Theaterfreunde fordern Sellering

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In die Debatte um die Zukunft der Theater im Land hat sich jetzt auch die Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin zu Wort gemeldet. Der Verein nimmt Erwin Sellering in die Pflicht.

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erstellt am 24.Jan.2012 | 10:39 Uhr

Schwerin | In die Debatte um die Zukunft der Theater im Land hat sich jetzt mit deutlichen Worten auch die Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin zu Wort gemeldet. Der Förderverein mit seinem mehr als 1100 Mitgliedern nimmt dabei Ministerpräsident Erwin Sellering in die Pflicht. Er müsse für "ein klares Konzept zur Entwicklung der Theaterlandschaft" sorgen.

Denn das Vertrauen der Theaterfreunde in Kultusminister Mathias Brodkorb scheint nicht allzu groß zu sein. "Der Kultusminister will offenbar wie bei den Hochschulen durch Reduzierung des Personals um 20 Prozent die Kostenprobleme in den Griff bekommen", kritisiert Vereinsvorsitzender Dr. Michael Jungrichter. "Er begrüßt die vorgesehene Schließung der Fritz-Reuter-Bühne, was sich schon aus dem Auftrag aus der Landesverfassung her verbietet, sowie den Stellen- und Niveauabbau bei der Mecklenburgischen Staatskapelle, die im Jahr 2013 ihr 450-jähriges Jubiläum begeht und zu den ältesten Orchestern in Deutschland gehört. Es ist jetzt schon das kleinste Orchester in einer Landeshauptstadt der Bundesrepublik und auch das mit den wenigsten Musikern aller Orchester unseres Bundeslandes."

Die Theaterfreunde kritisieren die "Selbstverstümmelung", zu der die Theater im Land gedrängt würden. "So haben wir das nach der Neuwahl des Landtages und der Regierungsbildung nicht erwartet", bilanziert Jungrichter. "Damit hat die Landesregierung unsere mehr als 1100 Mitglieder schwer enttäuscht." Dass die Fördergesellschaft damit nicht allein stehe, zeige auch die Volksinitiative "Theater und Orchester sind unverzichtbar", die schon mehr als 23 000 Unterschriften aufweise.

Die Theater seien unverzichtbar für das Tourimusland MV, konstatieren die Schweriner Theaterfreunde. Doch statt ein Konzept vorzulegen, welches und wie viel Theater von der Landesregierung für das Land als notwendig erachtet und welches Leistungsspektrum honoriert wird, werde derzeit in erster Linie nur versucht, Geld zu sparen und erst dann konzeptionell aktiv zu werden. Die Theatefreunde bezeichnen das als einen "falschen Ansatz". Auch sei es nicht hilfreich, die Theaterleitung, Oberbürgermeisterin und Landkreise allein zu lassen. Jungrichter: "Es ist hier die ordnende Hand der Landesregierung notwendig."

Ausführlich legen die Theaterfreunde die Rolle des Mecklenburgischen Staatstheaters in ihrem Schreiben an Ministerpräsident Sellering dar, verweisen unter anderem auf die Auszeichnung der "TheaterThekenNacht" beim Bundeswettbewerb "Land der Ideen" und die Ritterschlag mit der Einladung der Inszenierung "Der Biberpelz" zum Bundestheatertreffen nach Berlin. "Ähnliche Erfolge kann kein anderes Theater unseres Bundeslandes vorweisen - und das unter den aufgezeigten nicht optimalen Bedingungen", so Jungrichter.

Die Schweriner Theaterfreunde hoffen jetzt auf ein schnellstmögliches Treffen mit dem Ministerpräsidenten, um sich in den Entscheidungsprozess zur Zukunft der Bühnen in ganz Mecklenburg-Vorpommern einbringen zu können. "Wir hoffen sehr, dass kluge politische Entscheidungen zur Entwicklung der Theaterlandschaft in unserem Land getroffen werden, die nachvollziehbar sind", schreibt Jungrichter im Namen der mehr als 1100 Vereinsmitglieder an Ministerpräsident Erwin Sellering. "Derzeit ist es nicht so."

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