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20. November 2017 | 16:44 Uhr

Theaterfest glänzt mit furiosem Ballett

vom

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erstellt am 05.Feb.2012 | 08:57 Uhr

Altstadt | Es war das Beste, was die Mitarbeiter des Mecklenburgischen Staatstheaters für ihr Haus tun konnten: Beim Theaterfest mit einem attraktiven Programm unter Beweis zu stellen, dass in Schwerin hochkarätige Kunst beheimatet ist, die zu erhalten alle Anstrengungen wert sind. Mit Blick auf die diesjährigen Schlossfestspiele, die im Zirkuszelt von Roncalli die Oper "Bajazzo" zur Aufführung bringen, führten die Clowns und Schauspieler Andreas Lemke und This Maag spielerisch, wenngleich ein wenig zu verspielt, durch das Programm, das zahlreiche künstlerische Bonbons und viele Überraschungen zu bieten hatte. Beim Vorgeschmack auf das Musical "Hair", das in dieser Woche Premiere hat, zeigte das Schauspielensemble, dass es auch singen und tanzen kann. Im Gegenzug traten die Tänzer - wahrscheinlich erstmals in der Geschichte des Staatstheaters - auch singend in Erscheinung. Ohnehin setzte die Ballettcompagnie die herausragendsten Akzente dieses 20. Festes: Modern, spritzig, abwechslungsreich, temperamentvoll und zugleich sehr emotional gab die kleine Gruppe Zeugnis hoher Kunst. "Wir wollten einen Querschnitt aus der großen Bandbreite unseres Repertoires bieten", erklärte Ballettdirektor Jens-Peter Urbich. Und das gelang vorzüglich. "Das Ballett war fantastisch. Ich habe mir heute vorgenommen, in nächster Zeit unbedingt eine seiner Vorstellungen zu besuchen", sagte beispielsweise der Pinnower Bildhauer Hans-Wolfgang Römer. Auch viele andere Gäste gerieten beim Wandeln durch die Theaterflure nach dem Programm ins Schwärmen, wenn das Gespräch auf das Ballett kam.

"Alle haben heute hier eine super Leistung abgeliefert: die Künstler aller Sparten ebenso wie die Bühnentechniker, Kostüm- und Maskenbildner, der Abenddienst, ich möchte keinen Mitarbeiter vergessen. Ich danke allen herzlich dafür, denn angesichts der schwierigen Situation des Theaters ist das keinesfalls selbstverständlich", sagte Intendant Joachim Kümmritz.

Die prekäre Lage der Bühne, die drohende Insolvenz, blieb indes an diesem Abend nicht unerwähnt. Am Ende des Programms gegen 21 Uhr trat Schauspieler Jochen Fahr auf die Bühne und verpackte in viel Witz und Ironie die Hoffnung der Theaterleute und Kunstliebhaber, dass die Politik letztendlich keinen kulturellen Kahlschlag verantworten könne. "Ich hoffe auf ein 21. Theaterfest im nächsten Jahr in voller Mannschaft", sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, die, genau wie alle anderen Gäste auch, ihre Karte selbst bezahlt hatte und damit einen Beitrag zur finanziellen Unterstützung des Theaters leistete. Etwa 120 000 Euro brachte der Ball.

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