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Mecklenburgisches Staatstheater : Theater mal anders: Rocky Horror

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wiederaufnahme des Kult-Musicals mit stehenden Ovationen gefeiert / Noch zwölf Vorstellungen bis 22. Februar

von
erstellt am 08.Feb.2015 | 20:43 Uhr

Stehende Ovationen 22 Minuten lang sind selbst im alterwürdigen Mecklenburgischen Staatstheater eher die Ausnahme. Doch das Premierenpublikum bei der Wiederaufnahme des Kult-Musicals „The Rocky Horror Show“ am Sonnabend war von Ralph Reichels Inszenierung so begeistert, dass es die Künstler nicht ohne mehrere Zugaben entlassen wollte.

Wenngleich das Stück mittlerweile schon seit elf Jahren auf dem Spielplan steht, hat es nichts von seiner Anziehungskraft auf das Schweriner Publikum verloren. Auch die restlichen zwölf Vorstellungen bis 22. Februar sind bis auf die Stehplätze bereits ausverkauft. Doch woher kommt diese Magnetwirkung?

Das Musical lebt vom Mitmachen des Publikums. Und das hatte sich für die Premiere bestens gerüstet: Klassische Abendgarderobe bildete eher die Ausnahme, dafür war viel Lack und Leder und Schminke schon im Foyer zu sehen, wo selbst der Intendant im Lederdress auftauchte und sogleich als Fotomodell herhalten musste. Für Rocky-Horror-Neulinge hielt das Programmheft entsprechende Tipps bereit: Stichworte wie „Hochzeitsmarsch“, „Regen“, „Zeitung“ oder „ein Toast“ wurden erläutert. Dennoch war so mancher Gast überrascht, als schon zu Beginn eimerweise Reis durchs Große Haus segelte. Zur Pause glichen die Zuschauerränge einem Schlachtfeld: Toilettenpapier, Reis und Toastbrotscheiben so weit das Auge reichte. Doch die Damen vom Abenddienst waren bestens vorbereitet: In Müllsäcke gekleidet und mit Müllsäcken bewaffnet schafften sie in Rekordzeit Ordnung.

Und auf der Bühne? Die Besetzung hat sich im Vergleich zu 2004 erheblich verändert. Neben Altstars wie Publikumsliebling Markus Wünsch als charismatischer Frank‘n‘Furter, Andreas Lembcke als gruftiger Erzähler oder Klaus Bieligk als Dr. Scott standen viele neue Darsteller auf der Bühne. Und sie machten ihre Sache gut: Josefin Ristau als Magenta erhielt tosenden Applaus, Caroline Wybranietz, die schon 2013 als Janett überzeugte, setzte ebenso wie ihr neuer Partner Simon Jensen als Brad eigene Akzente. Und mit Hsin-Han Chang übernahm eine ausgebildete Sängerin die Rolle der Columbia. Ein starkes Ballett, das mit guten Laientänzern aufgestockt worden war und die neuen Sängerinnen und Sänger der Statisterie waren bestens vorbereitet und eingespielt. Die frühzeitige Vorbereitung hatte sich bezahlt gemacht. Aber auch die alten Hasen hatten dank der Zwischenrufe des Publikums immer wieder Gelegenheit, Kreativität zu zeigen und zu improvisieren, was der Aufführung sehr zu Gute kam.

Die eigentlichen Stars des Abends indes, die Musiker um John Carlson, die mit professionell gespieltem Rock die Grundlage des Musicals lieferten, blieben lange im Verborgenen. Erst beim Schlussapplaus kamen sie auf die Bühne und holten sich ihren wohlverdienten Lohn.

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