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Schweriner Immobilien : Thalia – der Nächste, bitte!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wohnungsgesellschaft Schwerin will sich von glücklosem Club-Haus und weiteren Gewerbeimmobilien trennen

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Als Theater für die leichte Muse wurde das „Thalia“ 1887 gebaut, seit 1961 war es Schwerins „Haus der Jugend“. Doch nach der Wende verabschiedete sich das Glück. Mehrere Schweriner Betreiber versuchten hier, eine Disko oder eine Konzertstätte zu etablieren, doch der nötige Publikumserfolg blieb aus. Mehrfach musste der Club, der zuletzt „Tivoli“ hieß, wieder schließen. Jetzt verabschiedet sich die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) von dem Haus in der Geschwister-Scholl-Straße.

Sie ist seit den 90er-Jahren Eigentümerin, hat viel Geld reingesteckt und wenig rausbekommen. „Bislang mussten wir als Vermieter meistens draufzahlen, denn die Bonität der Mieter war überschaubar“, sagt WGS-Chef Thomas Köchig. „Wir sind auf relativ hohen Kosten sitzengeblieben.“ Auch im Leerstand verursache das Objekt noch ziemlich hohe Kosten. „Der aktuelle Verhandlungsstand ist deshalb so, dass wir das Thalia an einen Privatmann verkaufen wollen, der es dann für sich projektiert“, sagt Köchig auf SVZ-Nachfrage. Vielleicht werde es hier wieder einen Club geben oder eine anders geartete Kulturstätte.

 

Ganz so leicht fällt der WGS der Abschied vom teuer sanierten Filetstück direkt gegenüber dem Unternehmenssitz aber nicht. Noch zu Jahresanfang wurde ein Mieter für die Immobilie gesucht – allerdings gab es da schon die Option zum Kaufen. Nur Letzteres lockte offenbar ernst zu nehmende Interessenten an. „Da es sich beim Thalia um eine reine Gewerbeimmobilie handelt, unterliegt sie nicht dem Veräußerungsverbot“, sagt Köchig. Wohnungen könne man in dem Gebäude definitiv nicht einrichten, weil die Räume zu tief und zu dunkel seien.

Der Verkauf des „Thalia“ sei übrigens kein Sonderfall, sondern gehöre zu einer neuen Strategie der Wohnungsgesellschaft, betont Köchig. „Wir sind geradezu aufgefordert worden, unsere Gewerbeimmobilien zu verkaufen. Schließlich ist unser Kerngeschäft die Vermietung von Wohnraum“, sagt er. Und deshalb bietet die WGS jetzt gleich mehreres auf dem freien Markt an. Mit dabei sei das Domizil vom Wumbawu-Tobeland und Evita-Fitnesscenter Am Hang ebenso wie die ehemalige Zulassungsstelle. „Wir bieten die Häuser zuerst den Hauptmietern zum Kauf an“, sagt Köchig. Erst dann gingen sie in die weitere Vermarktung, ganz offen über die bekannten Internetportale.

Die Dreesch-Arkaden in der Friedrich-Engels-Straße werden allerdings nicht dabei sein. Dort ist zwar der Penny-Markt aus- und in einen eigenen Neubau direkt gegenüber eingezogen, doch dieser Leerstand bereite der WGS kein Kopfzerbrechen. „Wir haben Penny sogar das Baugrundstück verkauft“, sagt Köchig. Mit einem potenziellen Mieter für das große Ladenlokal im Erdgeschoss werde verhandelt. Ein Spezialdiscounter sei im Gespräch. Aber selbst wenn das nicht klappen sollte, würde er nicht in Hektik verfallen. Es gäbe noch mehrere Alternativen für die Fläche und der übrige Teil der Immobilie sei sehr gut vermietet. Köchig: „In den Dreesch-Arkaden haben wir keinen akuten Leidensdruck.“



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