zur Navigation springen

Spielgemeinschaft erhöht drastisch die Mitgliedsbeiträge : Teures Vergnügen: Handball in Leezen

vom

Nachdem die Gemeinde Leezen Anfang November eine neue Gebührensatzung für ihre Sporthalle beschlossen hatte, war wegen der drastisch angehobenen Hallenmiete sogar ein Aus für den Nachwuchshandball im Gespräch.

Leezen | Sie kämpfen nicht nur auf dem Handball-Parkett, sondern derzeit auch auf der kommunalpolitischen Ebene - die Handballer der Spielgemeinschaft Banzkow-Leezen. Nachdem die Gemeinde Leezen Anfang November eine neue Gebührensatzung für ihre Sporthalle beschlossen hatte (SVZ berichtete), war wegen der drastisch angehobenen Hallenmiete sogar ein Aus für den Nachwuchshandball mit 70 Kindern in fünf Mannschaften im Gespräch. Der Vorstand der Handballabteilung um Manfred Strauß hat in der Vorwoche ein Konzept vorgelegt, das Training und Spielbetrieb in Leezen bis zum Saisonende im Mai 2012 absichert. Dafür müssen aber die Handballfreunde tief in die Tasche greifen. Der Monatsbeitrag für jedes Kind steigt von derzeit 8 auf 19,50 Euro. Ein Erwachsener zahlt statt 14 künftig 20 Euro im Monat. "Das gilt für die Monate Januar bis Mai", betont Strauß. "So bekommen wir es gerade hin, die laufende Saison einigermaßen vernünftig zu Ende zu bringen." Wie es danach weitergeht, darüber muss genau in dieser Zeit eine gemeinsame und langfristige Lösung mit der Gemeinde Leezen gefunden werden, betont Strauß.

Am Freitagabend wurden die Eltern der Handballkinder über den Vorstandsbeschluss informiert. Etwa 40 Frauen und Männer fanden sich dazu im Schlosscafé ein. Das Ergebnis des Abends: Die Eltern tragen diese Entscheidung mit.

Dabei sind die steigenden Beiträge nicht die einzige Kröte, die die Handballer schlucken müssen. So reduziert der Verein die Trainingszeiten mit seinen fünf Nachwuchsteams von derzeit 13 Stunden pro Woche auf 9,5 - um Mietkosten zu sparen. Weiterhin wird nach Möglichkeiten gesucht, die Heimspiele der Spielgemeinschaft nicht in Leezen auszutragen, sondern vielleicht in Banzkow oder Schwerin. Geprüft werden soll, ob ein Teil des Trainings mit dem Nachwuchs in Zukunft in der Cambser Halle stattfinden kann. Die Handball-Männer sollen sich so schnell wie möglich einen anderen Trainingsort suchen. Auch die Mannschaft der "Alten Herren" muss überlegen, wie sie ihre eine Trainingseinheit pro Woche finanziert. Und Extra-Trainings-Wochenenden oder Turniere in der Leezener Halle - egal welcher Mannschaft - können sich die Handballer der Spielgemeinschaft nun nicht mehr in Leezen leisten.

Durch dieses Bündel von Maßnahmen verliert Leezen aber auch den Stellenwert als Kernort der Handballer der Spielgemeinschaft. Diese habe zwar in Banzkow ihren Ursprung. Doch die Kinder und Jugendlichen kommen aus Leezen und Umgebung, betont Strauß. Dadurch hat sich hier ein echtes Vereinsleben entwickelt. Das wollen die Handballer und auch die Eltern aufrecht erhalten. Gemeinsam soll weiterhin darum gekämpft werden, die Gemeindevertreter zum Einlenken zu bringen. Strauß bedauert in dem Zusammenhang, dass trotz Einladung kein Vertreter der Gemeinde am Freitagabend dabei war. "Wir müssen dringend reden", betont Strauß. Denn die höheren Mitgliedsbeiträge gelten nur bis zum Ende dieser Saison. Wie es danach weitergeht, ist derzeit völlig offen.

Am liebsten wäre es den Handballern, wenn die neue Satzung mit den höheren Gebühren gekippt würde. Die Spielgemeinschaft wird deshalb gegen den Satzungsbeschluss Widerspruch einlegen und sogar Klage einreichen. Strauß hofft, dass Letzteres eine aufschiebende Wirkung hat und die Erhöhung der Hallenmiete zu Jahresbeginn damit nicht in Kraft tritt.

Zugleich soll Kontakt zu allen Gemeindevertretern aufgenommen werden, um den Druck zu erhöhen - auch direkt von den Eltern aus Leezen und Umgebung. Zugleich soll den Kommunalpolitikern Gesprächsbereitschaft signalisiert werden. Deshalb werden die Demonstrationen gegen den Satzungsbeschluss ausgesetzt. Zweimal hatten die Handballer den Protest gegen die Erhöhung der Hallengebühren auf die Straßen getragen - ohne Erfolg. "Die Gemeinde hat sich bislang keinen Zentimeter bewegt", bedauert Manfred Strauß.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Dez.2011 | 09:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen