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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 10:13 Uhr

Bauen in Schwerin : Tempo in der Wittenburger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Protesten von Gewerbetreibenden will die Stadt die Sanierung der Straße deutlich verkürzen

von
erstellt am 30.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Kompromiss am Wittenburger Berg. Die Straßensanierung und die Umverlegung der Straßenbahnschienen sollen im Juni 2017 abgeschlossen sein – wenn das Wetter mitspielt. Baudezernent Bernd Nottebaum spricht von einem „ambitionierten“ Zeitplan.

Gewerbetreibende hatten sich über die lange Bauzeit bis Ende kommenden Jahres beschwert und Schweriner Bürger zeigten sich verwundert, dass auf der bestehenden Baustelle zwischen Friedensstraße und Eisenbahnbrücke oft gar keine Bauleute anzutreffen sind. Bisher hieß es immer, dass dieser Abschnitt Ende des Jahres fertig werden soll. „Ich habe mit dem Baubetrieb noch einmal gesprochen“, so Nottebaum. „Ziel ist jetzt die Fertigstellung dieses Abschnitts Ende November.“

Der dritte Bauabschnitt – von der Eisenbahnbrücke bis zur Lübecker Straße – stieß bei den betroffenen Ladeninhabern auf besondere Kritik, weil bis Ende 2017 gebaut werden sollte. Die betroffenen Gewerbetreibenden fürchteten um ihre Existenz. Sie hatten sich deshalb zur „Interessengemeinschaft Lübecker Straße-Schweriner Höfe-Wittenburger Straße“ (LHÖW) zusammengeschlossen. Von der Stadtverwaltung forderten sie eine kürzere Bauzeit und ein „Baustellenmarketing“, um auch während der Bauzeit Kunden in ihre Geschäfte zu bekommen. Auf einen Brief an die Verwaltung und die Fraktionen der Stadtvertretung reagierte der Baudezernent. „Wir haben geprüft, ob und wie die Bauzeit verkürzt werden kann und haben mehrere Varianten erarbeitet.“ Das Ergebnis: Durch ein Zwei-Schicht-System und durch Sonnabendarbeit ist ein Bauende im August/September möglich. Doch es kann noch schneller gehen. „Wir können noch in diesem Jahr beginnen und den Winter durchbauen“, sagt Nottebaum. Nur muss dann das Wetter mitspielen. Ist das der Fall, könnte die Wittenburger Straße schon im Juni freigegeben werden. „Im Durchschnitt der vergangenen Jahre hatten wir aber zwei Monate Winter“, so Bernd Nottebaum. „Es besteht aber immer das Risiko, dass wir doch einen richtigen Winter bekommen.“ Dann würde sich wieder alles nach hinten verschieben. Oder es wird im Winter gar nicht gebaut. Der Nachteil: Über Monate hätten die Geschäfte eine offene Baustelle vor der Tür.

Den Vorschlag hatte der Baudezernent der Initiative LHÖW unterbreitet, aber auch auf die Risiken durch das Wetter hingewiesen. Und die Gewerbetreibenden griffen zu und entschieden sich für die Winterbaustelle. „Jeder Tag, den die Arbeiten früher fertig sind, zählt“, sagte Gerd Bockisch, Manager der Schweriner Höfe.

Für die Baustelle Wittenburger Straße hat die Stadtverwaltung jetzt auch noch einen „Kümmerer“ eingesetzt. Der einstige Chef der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen und heutige Ruheständler, Hugo Klöbzig, hat diese Aufgabe übernommen. „Wir haben mit einem solchen Baustellenmanager beim Marienplatz sehr gute Erfahrungen gemacht“, so der Baudezernent. Und die Personalie findet bei der Initiative LHÖW volle Zustimmung. „Hugo Klöbzig hat in der Stadt in Sachen Baustellenmanagement einen sehr guten Ruf“, sagte Uwe Lange von der Stadtfleischerei Lange.

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