Radweg Schwerin Wismar : Tempo für die Fahrrad-Autobahn

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Metropolregion Hamburg fördert Machbarkeitsstudie für acht Radschnellwege – Teilstück von Schwerin nach Wismar ist auch dabei

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23. September 2017, 16:00 Uhr

Die Metropolregion Hamburg macht Tempo, um Schwung in den Radverkehr zu bringen. Mit knapp einer Million Euro wird eine Machbarkeitsstudie gefördert, um auf acht Strecken Trassenführungen zu ermitteln, Qualitätskriterien zu entwickeln, Planungen vorzubereiten und dann auch die Umsetzung zu unterstützen. Mit dabei ist eine Verknüpfung von Schwerin und Wismar mit diesem so genannten Radschnellweg. Auch von Bad Schwartau über Lübeck nach Groß Grönau könnte so eine Rad-Autobahn führen. Schwerpunkt bei der Schaffung dieser neuen Verkehrsverbindung ist aber ganz klar Hamburg: Sechs der acht Wege führen in die Hansestadt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: In der Millionen-Metropole sollen Pendler dazu bewegt werden, das Auto stehen zu lassen. Alternativ zu Bussen und Bahnen sind Radwege, auf denen mit Tempo 20 durchgeradelt werden kann, ein Angebot. Ein Modell, das aus den Niederlanden stammt und auch im Ruhrgebiet erfolgreich umgesetzt wird. „Wenn wir einen Beitrag zu sauberer Luft und weniger Staus leisten wollen, führt auch am Fahrrad kein Weg vorbei. Das gilt für die Metropolregion genauso wie für Hamburg“, sagt der Vorsitzender des Regionsrats der Metropolregion, Andreas Rieckhof. Er ist zudem Hamburgs Verkehrs-Staatsrat.

Die erste Pläne sind allerdings schon deutlich eingestampft worden. Im Februar ging die Metropolregion noch mit 33 Korridoren an den Start. Auf nur noch acht Strecken soll es nun möglichst zügig weitergehen. Doch das ist noch lange keine Zusage zum Bau eines Radschnellweges. „Es geht um die Frage, in welchem Umfang sich die Reisezeiten mit dem Fahrrad zu Arbeitsplätzen, Schulen, Freizeiteinrichtungen oder Bahnhöfen verringern“, betont Mathias Diederich, Vize-Landrat von Nordwestmecklenburg. Darüber hinaus solle untersucht werden, welche Reisezeitvorteile aus einer Verknüpfung von bestehenden Nahverkehrsangeboten und der Fahrrad-Autobahn entstehen. Haltestellen von Bussen und Zügen sollten am Radschnellweg liegen.

Auch im Schweriner Infrastruktur-Ministerium wird das Projekt der Metropolregion aufmerksam verfolgt. Es sei sinnvoll, diese Untersuchungen voranzutreiben - auch auf der Strecke zwischen Schwerin und Wismar. „Inwieweit eine Realisierung erfolgen kann, muss unter Berücksichtigung des straßenbegleitenden Radweges entlang der B 106 beurteilt werden“, betont Pressesprecherin Renate Gundlach. Denn im Radfernweg neben der B 106 klafft zwischen Zickhusen und Groß Stieten noch eine große Lücke. Ein Lückenschluss dort ist geplant, einen Termin dafür gibt es allerdings noch nicht. „Die Machbarkeitsstudie darf nicht dazu führen, dass die geplante Fertigstellung des Radwegs an der B 106 in Frage gestellt oder verzögert wird“, so Gundlach. Auch Zickhusens Bürgermeister Hansjörg Rotermann setzt klare Prioritäten für den Ausbau des normalen Radwegenetzes. Ihm geht es nicht nur um den Radweg vor der eigenen Haustür. „An vielen Bundes-, Landes- und Kreisstraße gibt es keine Radwege. Da müssen wir vorankommen.“ Dass unmittelbar neben dem hoffentlich bald lückenlosen Radfernweg von Schwerin nach Wismar noch an einem Radschnellweg geplant wird, hält Rotermann schlicht für „Blödsinn“.

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