Verwaltung will Verkehrsberuhigung : Tempo 30 auch auf dem Obotritenring

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Die Verkehrsplaner in der städtischen Baubehörde haben den "allgemeinen Verkehrsplan" der Landeshauptstadt aus dem Jahr 1994 wieder aufgegriffen. Der sieht eine Verkehrsberuhigung der gesamten Innenstadt vor.

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08. November 2010, 07:56 Uhr

Schwerin | Den dabei wichtigsten Vorstoß, auch den Obo tritenring auf Tempo 30 zu begrenzen, soll die Stadtvertretung nun diskutieren und letztlich eine Entscheidung treffen, bestätigte Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff (Linke) auf Anfrage.

Fest steht dagegen bereits, die Anwohnerparkzonen in der Innenstadt zu komplettieren. "Wir wollen bis zum Jahr 2012 die Innenstadt vollständig als Anwohnerparkzonen erfassen", sagte Friedersdorff.

Zeitliche Vorstellungen gibt es dagegen für die Geschwindigkeitsreduzierung auf dem Obotritenring noch nicht. Schließlich sei die Umsetzung auch mit baulichen Veränderungen verbunden - die Geld kosten und angesichts des Schuldenberges der Landeshauptstadt mittelfristig geplant werden. So müsse es eine Sicherung des Mittelstreifens geben, auch die Fahrbahn müsste schmaler gestaltet werden, um einen neuen Fahrradweg zu installieren.

Dass auf dem Obotritenring Tempo 30 funktionieren wird, daran hat der Baudezernent keinen Zweifel. "Ein gleichmäßiger Verkehrsfluss ist nicht so belastend für die Anwohner", sagt Frieders dorff. "Durch die Verkehrsberuhigung erhoffen wir uns auch eine städtebauliche Aufwertung der Straße."

Auf entsprechende Erfahrungswerte können die städtischen Verkehrsplaner zurückgreifen. Lange war über die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Lübecker Straße diskutiert worden. Auch über die Einrichtung des Fahrradschutzstreifens gab es lange öffentliche Debatten. "Heute funktioniert das ausgezeichnet. Viele Hausfassaden sind verschönert, auch das grüne Gleisbett wertet die Trasse auf", so der Baudezernent.

Zur Bundesgartenschau sind dann Graf-Schack-Allee und Werderstraße als Tempo-30-Bereiche ausgewiesen worden, auch das funktioniere bestens. "Das ist eine Erfolgsgeschichte wie in der Lübecker Straße", sagt Friedersdorff. "Die Autofahrer sind sehr diszipliniert. Es gibt trotz eines hohen Durchflusses eine gute Aufenthaltsqualität."

Solche Effekte sollen in einigen Jahren auch am Obotritenring spürbar sein, sagt Friedersdorff. Geplant ist, wenn die Stadtvertretung der Idee folgt, abschnittsweise Tempo 30 auf dem Obotritenring auszuprobieren.

Das erste Echo auf die Idee sei positiv, sagt der Baudezernent, der das Vorhaben jüngst beim Unternehmerverband vorgestellt hat und anschließend mit vielen Firmenchefs ins Gespräch gekommen ist. Daher sei er optimistisch und freue sich auf "eine interessante sachliche Debatte in der Stadtvertretung".

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