Gefährliche Strasse : „Tempo 30 allein reicht nicht“

Ein Bus stoppt am Heidberg: Auf dem Weg zur Haltestelle wurde Ende Januar eine 82-Jährige von einem Auto erfasst.
Ein Bus stoppt am Heidberg: Auf dem Weg zur Haltestelle wurde Ende Januar eine 82-Jährige von einem Auto erfasst.

Tödlicher Unfall in der Rogahner Straße: Ortsbeirat erneuert Forderung nach Fußgängerüberweg am Heidberg

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05. März 2015, 08:00 Uhr

Jahrelang hat sich Klaus-Dieter Müller (Name von der Redaktion geändert) darum bemüht, dass die Verkehrssituation in der Rogahner Straße entschärft wird, gerade für den Bereich am Heidberg eine Fußgängerampel gefordert. Wiederholt sei er an die Stadt herangetreten, aber immer wieder vertröstet worden, berichtet der Rentner. Nun gibt es genau an dieser Stelle ein Todesopfer zu beklagen: Eine 82-jährige Frau, die Ende Januar auf dem Weg zur Bushaltestelle von einem Auto angefahren worden war, starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen. Müllers Ehefrau.

Die Schweriner Staatsanwaltschaft ermittle gegen eine 38-jährige Kraftfahrerin aus dem Schweriner Umland wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, erklärt Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek auf Anfrage unserer Zeitung. Die Untersuchungen zum genauen Hergang des Unfalls am 30. Januar dauerten aber noch an.

Nach ersten Erkenntnissen wurde das Unfallopfer, das morgens um 7 Uhr mit einem Rollator unterwegs war, „frontal und ungebremst“ von einem Fahrzeug auf der Rogahner Straße erfasst. So jedenfalls stand es seinerzeit in der Pressemitteilung der Polizei. Beleuchtung und Straßenbelag im fraglichen Bereich seien nicht optimal, sagt Sprecher Steffen Salow heute. „Es ist aber auch nur Tempo 30 erlaubt.“ Aus Sicht der Polizei sei die Rogahner Straße allerdings kein Unfallschwerpunkt, so Salow. 2013 und 2014 habe sich jeweils ein Unfall ohne Personenschaden ereignet.

Für den Görrieser Ortsbeirat ist die Situation am Heidberg freilich riskant genug. „Wir weisen seit Jahren auf diesen Gefahrenpunkt hin und fordern einen Fußgängerüberweg“, schildert Vorsitzender Ralf Klein. Der Ortsbeirat werde jedoch mit dem Hinweis auf die geplante Sanierung der Rogahner Straße hingehalten. Wegen fehlenden Geldes seien die Arbeiten nun auf 2017/2018 verschoben worden, so Klein. „Solange können wir aber nicht warten.“ Denn Tempo 30 allein reiche für die Sicherheit nicht.

Der Verwaltung sei nur eine Diskussion über eine mögliche Verlagerung der Fußgängerampel bekannt, die sich jetzt an der Kreuzung Rogahner Straße, Schulzenweg, Breite Straße befinde, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. Ob das Amt für Verkehrsmanagement Konsequenzen aus dem jüngsten tödlichen Unfall ziehen wird, lässt Leiter Dr. Bernd-Rolf Smerdka offen: „Nach Vorliegen der Unfallauswertung wird die Verkehrsbehörde gemeinsam mit der Polizei die Schlüsse ziehen, die der festgestellten Ursache entsprechen.“

Klaus-Dieter Müller dürfte sich mit dieser Antwort kaum zufrieden geben. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt. „Gehört der Ortsteil Görries noch zur Landeshauptstadt?“, fragt er. Und: „Wann wachen endlich die Verantwortlichen auf und führen eine Politik im Interesse der Bürger?“

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