Schwerin : Tempel am Schlachtermarkt

Im Kellergewölbe unter dem ursprünglichen Logenhaus in der Schlachterstraße 17: Alt-Logenmeister Dr. Claus Hemmer zeigt einen Hammer, der für die rituelle Arbeit benötigt wird.  Fotos: Koepke (2)
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Im Kellergewölbe unter dem ursprünglichen Logenhaus in der Schlachterstraße 17: Alt-Logenmeister Dr. Claus Hemmer zeigt einen Hammer, der für die rituelle Arbeit benötigt wird. Fotos: Koepke (2)

Blick hinter verschlossene Türen – heute: Im Logenhaus pflegen Schwerins Freimaurer ihre jahrhundertealten Rituale

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27. Oktober 2017, 12:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt.

Die goldfarbenen Holzsterne an der Decke des Saals symbolisieren nicht irgendein Himmelsbild. „So stehen die Sterne am 24. Juni um Mitternacht – am Johannistag“, sagt Alt-Logenmeister Dr. Claus Hemmer. Es ist auch nicht irgendein Saal im ersten Obergeschoss des Hauses in der Schlachterstraße 17a. Es ist der Tempel, in dem die rituelle Arbeit der Johannis-Loge „Harpokrates zur Morgenröthe“ stattfindet. An der Stirnseite des Raumes steht der Altar, an dem der Logenmeister seinen Platz hat. Es gibt spezielle Plätze mit Pulten für die Logenbeamten, links und rechts sitzen die Brüder.

Rund 30 Mitglieder zählt heute die 1809 gegründete und nach der Wende reaktivierte Freimaurer-Loge. Das Haus in der Schlachterstraße 17a, das durch seine beiden Rundbogentüren auffällt und nicht zufällig an das Schweriner Rathaus erinnert, hat Hofbaumeister Georg Adolph Demmler Mitte des 19. Jahrhunderts erworben, umgebaut und seiner Loge vermacht. Das ursprüngliche Logenhaus, ein Fachwerk-Gebäude, das ebenfalls Demmler gehörte, befindet sich nebenan in der Schlachterstraße 17. Von der 17a führt ein Gang in das Kellergewölbe der Nummer 17. „Wir nutzen das Gewölbe für Zusammenkünfte wie Bruder- oder Gästeabende“, erklärt Claus Hemmer. In einem Schrank befinden sich wichtige Freimaurer-Symbole, darunter auch so genannten Logenhammer, die für die Rituale benötigt werden, die sich aus der Tradition der europäischen Dombauhütten herleiten.

Das Schweriner Logenhaus beherbergt neben der Johannis-Loge „Harpokrates zur Morgenröthe“ auch noch die Freimaurer-Loge „Eintracht in Freiheit“ und die Schlaraffia-Vereinigung. Wer sich für die Arbeit der Loge „Harpokrates zur Morgenröthe“ interessiert, den lädt Claus Hemmer am 27. November um 19.30 Uhr zum Gästeabend ein.

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