Bundestagswahl in Crivitz : Teilhabe mehr als Grundsicherung

An seinem Lieblingsort, dem Roten See in Brüel: Horst Krumpen mit Hündin „Sunny“. In der Wismarer Altstadt hat er einen kleinen Laden für Zeitungen, Lotto, Tabak, Geschenkartikel.
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An seinem Lieblingsort, dem Roten See in Brüel: Horst Krumpen mit Hündin „Sunny“. In der Wismarer Altstadt hat er einen kleinen Laden für Zeitungen, Lotto, Tabak, Geschenkartikel.

Horst Krumpen von der Linkspartei bewirbt sich im Wahlkreis 13 um das Direktmandat für den Deutschen Bundestag

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05. September 2017, 16:00 Uhr

„Horst Krumpen. Kritisch. Klar. Direkt.“ So steht es auf den Plakaten des Linkenpolitikers, der sich im Wahlkreis 13 um ein Direktmandat für den Bundestag bewirbt. „Das ist von mir und passt zu mir“, verkündet der 51-jährige Kreisvorsitzende der Linkspartei im Nordwestkreis.

„Kritisch. Klar. Direkt.“ Mit diesen drei Worten „ist meine Person schon ziemlich gut beschrieben“. Politik sei ein fester Bestandteil in seinem Leben seit dem 18. Lebensjahr. Er sei „schon immer ein hinterfragender Streiter für eine soziale Gesellschaft“ gewesen. Zudem „klar im Ton“ und direkt, „weil ich mich nur um ein Direktmandat bewerbe, auch wenn ich es anders könnte“.

Dabei kann Krumpen auf eine Vita sowie Brüche in seinem Leben verweisen wie kaum ein anderer Politiker. Zwölfeinhalb Jahre diente der gebürtige Rheinländer als Berufsoffizier bei der Bundeswehr, darunter war auch ein Auslandseinsatz in Somalia. „Auslandseinsätze der Bundeswehr bringen nichts! Mit Waffeneinsätzen Frieden schaffen, funktioniert nicht, das weiß ich aus Erfahrung“, so Krumpen.

1986 trat er in die FDP ein. 2001 bis Ende 2004 Mitglied im FDP-Bundesvorstand, kandidierte er zweimal mit FDP-„Schein “ für den Bundestag als Direktkandidat. „Einmal gegen Freiherr zu Guttenberg, andermal gegen Klaus Ernst von den Linken“. Seit Oktober 2010 ist Krumpen selbst ein Linker. Im Juni 2010 trat er aus der FDP aus wegen der Aussage des damaligen FDP-Chefs Guido Westerwelle von der „spätrömischen Dekadenz“ gegenüber Langzeitarbeitslosen. „In der FDP sah er sich „als Linker, jetzt in der Linken bin ich eher ein Konservativer“, so Krumpen, für den bestimmte Werte wichtig sind: „Tugenden wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Fleiß sowie Respekt.“

Seit 2006 in Mecklenburg beheimatet, schätzt er an den MV-Linken, dass diese sich stärker dem „Gemeinwohl und der Funktionalität sowie dem Zusammenleben verpflichtet sehen als in anderen Regionen“. Eine wesentliche Aufgabe der Linkspartei sei es, „auch den Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind durch Hartz-IV und Grundsicherung und deren soziale Teilhabe nicht gegeben ist, eine Stimme zu geben. Soziale Teilhabe ist etwas ganz anderes als was einer vom Staat als Grundsicherung bekommt“, so Krumpen am Roten See in Brüel, „meinem Lieblingsort“.

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