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Denkmalpflege und Investor einigen sich mühevoll : Tauziehen um das Offizierscasino

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Der Bauantrag für die Sanierung des alten Offizierscasinos sind schon längst genehmigt worden. Nur gebaut wird nicht. Es ist ein Tauziehen zwischen Denkmalpflegern und den neuen Eigentümern und ihren Planern.

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erstellt am 09.Jul.2013 | 06:47 Uhr

Ostorf | Der Bauantrag für die Sanierung und den Umbau des alten Offizierscasinos auf dem Artillerieberg ist von der Unternehmensgruppe Hydraulik Nord, die dort ihren Firmensitz einrichten will, schon lange eingereicht und längst auch vom städtischen Bauamt genehmigt worden. Doch gebaut wird an dem 113 Jahre alten, schwer vom Verfall gezeichneten Gebäude in der Stellingstraße noch immer nicht. Allerdings sind auf dem eingezäunten Areal oberhalb der Schlossgarten-Kaskaden regelmäßig Gruppen von Experten mit dicken Aktenordnern in der Hand unterwegs und im Gespräch. Es ist ein Tauziehen zwischen Denkmalpflegern und den neuen Eigentümern und ihren Planern.

"Wir stehen zu unserem Entschluss, wir werden das alte Offizierscasino sanieren", versicherte Martin Eberwein von Hydraulik Nord auf Anfrage unserer Redaktion. Die Frage, warum sich denn der tatsächliche Baubeginn - statisch gesichert worden war das Gebäude bereits im vergangenen Jahr - nun doch so lange hinauszögert, beantwortete er mit einem Satz: "Das ist ein komplizierter Prozess." Dies erläutert Eberwein so: "Wir als die künftigen Nutzer und unsere Planer müssen in Verhandlungen mit dem Denkmalschutz eine Lösung finden, die beiderseits akzeptabel ist." So ein Kompromiss müsse sachlich, fachlich fundiert und ruhig ausgelotet werden. Es seien keine starren Positionen, um die gestritten werde, "es ist Bewegung in der Sache", so Eberwein. "Das Offizierscasino steht nun schon mehr als 20 Jahr leer. Da machen ein paar Tage keinen Unterschied mehr." Näher ins Detail wollte er derzeit aber nicht gehen.

Das Bauamt der Landeshauptstadt bewertet den derzeitigen Stand als durchaus positiv. "Der jüngste Vor-Ort-Termin Anfang dieses Woche war ein voller Erfolg", sagte Amtsleiter Dr. Günter Reinkober. "Sowohl die Untere als auch die Obere Denkmalbehörde wissen nun, wohin die Reise geht. Der Bauantrag ist ja ohnehin schon genehmigt. Nun ist es Sache des Eigentümers, wann er welche Schritte bei der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes einleitet, denn der Rahmen ist abgesteckt."

Die Denkmalpflege legt besondere Aufmerksamkeit auf den Erhalt des historischen Gesamtbildes des am 22. März 1900 eingeweihten Offizierscasinos mit seinen Ziegelfassaden mit ihren zeit typischen Terrakotten und Formsteinen und den markanten Fenstern und Türen. Aber auch die Eisen spindeltreppe im Belvedere des Turms, die schmiedeeiserne Zaunanlage, einige im Original erhaltene Fenster und Türen müssen restauriert werden. Wichtig sind den Denkmalpflegern zudem die Farbgebungen innen und außen, das Material der Fußböden und das Einpassen des neuen Dachs ins Gesamtbild.

Der Investor, die Unternehmensgruppe Hydraulik Nord, ein bundesweit aufgestelles Unternehmen mit mehr als 2200 Beschäftigten und Standorten unter anderem in Parchim, Ludwigslust und Schwerin, will seinen Firmensitz von Ludwigslust nach Schwerin verlagern. Im Offizierscasino sowie einem leicht zurückgesetzten neuen Anbau sollen die Büros und Beratungsräume entstehen.

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