Plate : Tauschgeschäft: Äpfel gegen Saft

Alle Jahre wieder: Bodo Schadwill und Peter Rasch (r.) laden ein zur Tauschaktion. In der Plater Gärtnerei Rasch ist der Umtausch montags, freitags und sonnabends möglich.
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Alle Jahre wieder: Bodo Schadwill und Peter Rasch (r.) laden ein zur Tauschaktion. In der Plater Gärtnerei Rasch ist der Umtausch montags, freitags und sonnabends möglich.

Dodower Mosterei setzt weiterhin auf alte Tradition und nimmt auch in Plate bis Ende Oktober Früchte von Kleingärtnern an

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06. September 2017, 12:00 Uhr

„Wir brauchen jeden Apfel.“ Torsten Klußmann von Riha-Wesergold aus Dodow kommt dieser Satz nicht zufällig über die Lippen. Er setzt darauf, dass die traditionelle Tauschaktion von Äpfeln gegen Saft hilft, die Erntelücke zu schließen. Seit Beginn dieser Woche können Kleingärtner ihre Früchte wieder zur Mosterei nach Dodow bringen und gegen Saft aus dem Unternehmen tauschen. Auch die Gärtnerei Rasch in Plate und der Raiffeisenhandel in Rehna sind wieder als Annahmestelle für die Dodower dabei. Bis zum 28. Oktober läuft diese Tauschaktion.

Warum in diesem Jahr aus dem Spruch „Wir nehmen jeden Apfel. Wir brauchen jeden Apfel.“ geworden ist, ist kein Geheimnis: Während der Apfelblüte im Frühjahr gab es Nachtfröste. Und was die Obstbauer schon damals ahnten, ist nun Gewissheit: Die Apfelernte 2017 wird schlecht. „Wir werden auf unseren Plantagen im Vergleich zu den Vorjahren wohl nur die Hälfte ernten“, schätzt Klußmann. Damit fehlt es schlicht und einfach an Fruchtmasse, aus der die Dodower Saft und Saftkonzentrat herstellen.

Damit diese Lücke nicht zu groß wird, setzen die Dodower auf die Hilfe der Kleingärtner. Zwar haben die Äpfelbäume in den Klein- und Vorgärten ebenso gelitten wie die auf den Plantagen. Doch längst nicht jeder herangereifte Apfel von dort landet am Ende in der Küche oder in einer Saftpresse. „Es ist immer traurig, wenn die Früchte umkommen“, sagt Klußmann. Für die Obstbauer ist es Ehrensache, alles Herangereifte auch zu verwerten. Das Dodower Unternehmen hielt deshalb an der schon zu DDR-Zeiten durchgeführten Sammelaktion fest. In guten Apfeljahren machte die Mosterei damit zwar kein Geschäft. „Doch wir haben diese Tradition nicht aufgegeben, auch weil unsere Kunden das von uns erwarten“, betont Klußmann.

Im schlechten Obstjahr 2017 kann es nun von Vorteil sein, dieses Potenzial in der Hinterhand zu haben. Immerhin 3600 Tonnen Fallobst nahmen die Dodower im vorigen Jahr bei der Tauschaktion an. Klußmann rechnet nicht damit, dass diese Masse in diesem Jahr erreicht wird, aber mehr als die Hälfte darf es gern werden. Und damit sich Mühe und Aufwand für die Kleingärtner auch lohnen, haben die Dodower den Tauschsatz angehoben. Der ist allerdings von Saft zu Saft unterschiedlich. An den Sammelstellen liegen verschiedene Säfte von Riha-Wesergold bereit, reiner Apfelsaft ist in jedem Jahr der Renner. Auch dabei handelt sich um fertigen Saft aus der Unternehmensgruppe. Most aus den eigenen Äpfel gibt es hier nicht. Wer das möchte, muss sich an eine kleine Mosterei wenden.

Darüber hinaus gibt es auch Sammler, die gar keinen Saft , sondern Bargeld haben wollen. „Wir kaufen auch Äpfel auf“, fügt Torsten Klußmann hinzu. Allerdings lohne es sich mehr, sich auf das Tauschgeschäft einzulassen, verrät der Fachmann.

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