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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 14:05 Uhr

Schwerin : Tauchgang im Museum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weil die Baugrube voll Grundwasser steht, müssen Spezialisten den Beton heute im Nassen gießen – mobile Ampel regelt Anlieferverkehr

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Das Wasser ist graugrün und etwa vier Grad kalt, die Sichtweite unter der Oberfläche beträgt nur fünf Zentimeter.  Tauchgänge  stellt man sich  irgendwie idyllischer vor, für Hendrik Martens allerdings ist das seine tägliche Arbeit. Mehrere Stunden verbringt  der Industrietaucher  kälte- und wasserdicht eingehüllt  in gefluteten Baugruben in ganz Deutschland.  Er atmet und kommuniziert über lange bunte Schläuche, eine Notfallreserve Atempressluft trägt er auf dem Rücken. Hendrik Martens ist auf der Baustelle am Schweriner Museum aktiv. Die etwa 7,5 Meter tiefe Baugrube ist  zum großen Teil mit Grundwasser gefüllt. Würde sie zum jetzigen Zeitpunkt trockengelegt, könnte der Grundwasserspiegel aus dem Gleichgewicht geraten. Das könnte gefährlich werden für  umstehende Gebäude. Also muss der  Beton in das „Bad“ gefüllt werden und aushärten, bevor das Wasser abgepumpt werden  und nichts mehr nachfließen  kann.  Seit einer Woche sind die Taucher von „Leunert“ aus Bad Saarow schon in Schwerin, täglich steigen drei bis vier  von ihnen ins Becken. Sie wollen die Baugrube vorbereiten und schlammfrei  bekommen für den Guss, der heute erfolgt. 600 Kubikmeter Beton  werden dann unter Wasser eingefüllt. Diese Mengen müssen natürlich auch  angeliefert werden. Deshalb  steht auf der  Werderstraße in Höhe der Baustelle heute eine mobile Ampel, die das An- und  Abfahren der Laster  regeln soll. Geschaltet ist sie voraussichtlich von 4 bis 22 Uhr, teilt die Stadtverwaltung mit.  Je nach Verkehrsaufkommen werde die Ampel   auch per Hand geschaltet.

Das Betonieren funktioniere dann im Prinzip genau wie auf einer Baustelle ohne Wasser, sagt Taucher Sven Freiherr lächelnd. Und Sebastian Hahn, Polier  der Firma Kurt Fredrich Spezialtiefbau, ergänzt:  „Beton härtet allgemein sehr gut bei Feuchtigkeit aus. Für diese Mengen Wasser gibt es natürlich eine Spezialmischung.“ Wenn der nach wenigen Tagen durchgehärtet ist, wird nebenan die nächste Baugrube ausgehoben. Sie sei etwas kleiner als das  knapp 600 Quadratmeter große Loch, das heute  intensiv bearbeitet wird. Auch die neue Baugrube wird wieder voll Grundwasser laufen, auch hier werden die Taucher aus Brandenburg wieder ganze Arbeit leisten. Bis  Ende März soll dann aus  beiden Gruben  das Wasser abgepumpt sein, damit der   Tiefbau im Trockenen weitergehen kann.

7,6 Millionen Euro soll der Neubau  kosten –  bis Ende 2015 muss er fertig werden. Der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften hat  Planung und  Bauausführung übernommen – großteils mit Firmen aus dem  eigenen Land.  Der Förderverein „Uecker in Schwerin“ sammelt gemeinsam mit unserer Zeitung  Spenden, um die Ausstellungsfläche  durch ein Forum zu erweitern. Der zweigeschossige Bau  soll  mit moderner Kunst  nach 1945 bestückt werden.


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