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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 20:21 Uhr

Diamantene Hochzeit : Tanzend in das große Glück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Emil und Irma Turtschan feierten ihre Diamantene Hochzeit und haben auch ein Rezept für ein gemeinsames und glückliches Leben

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 11:00 Uhr

Sie sind nicht verleibt wie am ersten Tag, sondern sogar noch ein bisschen mehr. Irma und Erwin Turtschan feierten gestern ihre Diamantene Hochzeit. Vor 60 Jahren hatten sich beide das Ja-Wort gegeben, ewige Treue geschworen und vor allem auch, „in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzuhalten“, ergänzt das Paar unisono. An den ersten Tanz können sie sich auch noch erinnern. „Das war kurz vor meinem 16. Geburtstag, ich bin mit einer Freundin zum Tanz gegangen. Ich hatte viele Tanzpartner an dem Abend, aber keiner hatte mir so gefallen wie der Erwin“, erzählt die Brüsewitzerin und auch noch heute beginnen ihre Augen zu leuchten. Erwin Turtschan wurde schon zuvor von Freunden auf das „liebe blonde Mädchen“ aufmerksam gemacht und war fest entschlossen, sie zum Tanz aufzufordern. Gesagt. Getan. Und verliebt. So wurde aus der Gärtnerei-Mitarbeiterin und dem Traktoristen ein Paar.

„1955 haben wir dann geheiratet – ich war damals 17 Jahre alt.“ Die standesamtliche Trauung war in Wendelstorf und die kirchliche in Mühlen Eichsen. Ein weißes Brautkleid hatte Irma Turtschan an, sogar mit Schleier. Und auch einen weißen Brautstrauß gab es. „Vor 60 Jahren war das gar nicht so einfach. Doch es waren fünf weiße Chrysanthemen. Und auch heute steht ein großer Strauß Chrysanthemen in ihrem Wohnzimmer. Keine weißen. Sie sind in einem zarten Rosaton. „Es sind 17, da ich ihn ja mit 17 Jahren geheiratet habe“, sagt Irma Turtschan. Gezweifelt hat sie nicht einen Tag. „Ich kann gar nicht verstehen, dass Paare sich sogar noch nach vielen gemeinsamen Jahren trennen. Wir haben in sechs Jahrzehnten viel gemeistert“, betont sie und ist sich sicher: So etwas schweiße Menschen zusammen. Ihr Rezept für ein glückliches gemeinsames Leben liege vor allem im Verzeihen begründet: „Man kann anderer Meinung sein, sich auch mal streiten, doch am Abend muss man sich wieder vertragen“, sind sich beide einig.

Und das haben sie auch ihren drei Kindern vermittelt. „Wir hatten nie Sorgen mit ihnen, sie sind wirklich unser ganzer Stolz, ebenso wie die fünf Enkel und sechs Urenkel“, sagt Irma Turtschan.

Und deshalb haben sie nach 60 gemeinsamen Jahren auch nur einen Wunsch: Der Familie soll es weiterhin so gut gehen und alle sollen sich verstehen. „Es ist die größte Freude, wenn alle hier zu Besuch sind und sich herzlich in den Armen liegen, wenn sie wieder abreisen“, erzählt die Seniorin.

Aber nicht nur gegenseitig halten sich die Turtschans seit sechs Jahrzehnten die Treue, sondern auch ihrer Tageszeitung. „Eine Familie ohne Zeitung, das geht nicht. Deshalb haben wir sie gleich nach der Hochzeit abonniert“, sagt Erwin Turtschan. Und immer nach dem Frühstück wird ausgiebig gelesen. Manchmal auch noch abends“, fügt seine Frau hinzu.

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