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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 18:22 Uhr

Schwerin : Tafel erinnert an die Toten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Petrusgemeinde will Gedächtniskultur stärken

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 16:00 Uhr

„Gegen das Vergessen“ steht auf der Holztafel. Mit Reißzwecken sind kleine Zettel an das Brett geheftet – Zettel mit Namen, Daten, lieben Worten. In der Petruskirche im Mueßer Holz gibt es jetzt eine Tafel, die an Verstorbene erinnern soll. „Die Idee ist in der Nachbarschaftskonferenz im Stadtteil entstanden“, sagt die Schwerinerin Sabine Mielke, die sich in der Petrusgemeinde engagiert. Gemeinsam mit dem gerade aus der Gemeinde verabschiedeten Diakon Thomas Ruppenthal hat sie das Tafel-Projekt auf den Weg gebracht.

„Ein Mensch stirbt, und niemand erinnert sich mehr an ihn. Das kommt leider sehr oft vor“, erklärt Sabine Mielke, die selbst gerade eine gute Freundin betrauert. Die blau-weiß bemalte Holztafel auf einem Gestell mit Rollen soll einen Beitrag zur Erinnerungskultur leisten. „Durch die Tafel werden die Namen der Toten nicht nur einmal im Gottesdienst genannt, sondern immer wieder ins Gedächtnis gerufen“, sagt die Initiatorin. Jeder, ob Gemeindemitglied oder nicht, könne den Namen eines Gestorbenen auf der Erinnerungstafel verewigen. Dabei soll die Tafel, auf der auch die Geburt neue Erdenbürger angezeigt werden kann, durchaus nicht nur in der Petruskirche stehen, sondern durch das Mueßer Holz wandern. „Wir sehen darin auch ein Beispiel für andere Stadtteile“, betont Mielke.

Pastor Jens-Peter Drewes begleitet das Projekt. „Die Initiative ist wichtig“, sagt er. Im Mueßer Holz gäbe es trotz aller Bemühungen um das Miteinander nach wie vor eine große Anonymität. Mit der Erinnerungstafel setze die Kirche ein weiteres Zeichen der Hoffnung und Liebe, so Drewes.

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